Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Page - 226 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 226 - in Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938

Image of the Page - 226 -

Image of the Page - 226 - in Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938

Text of the Page - 226 -

226 8 Konflikte WienderZwischenkriegszeithervorriefen.DasResultatbestand ineinerOpfer- rolle, die sichdieHakoah sicherlichnicht zuUnrecht zuschrieb, aber auch in einerundifferenziertenAbwehrhaltung: „DieMeute ist los!Antisemiten, Israe- liten, Getaufte und Baldgetaufte haben sich einträglich zusammengefunden, um furchtbareUebelstände, die die bösen Juden–nenne sieHakoah-Anhän- ger – amGewissenhaben, zu brandmarkenundumzu ermahnen, zu verlan- genundzudrohen“, hieß es inderNachbetrachtung eines Spiels derHakoah gegen die Amateure.194 Die Hakoah wurde immer mehr zu einem „Zentral- punkt“ ineiner„WeltvonFeinden“stilisiert,wospezielldie Jugendzu„selbst- bewußte[n]Menschen in der Gemeinschaft der Artgleichen“ ausgebildet wür- denundso„dasGefühldesStarkseins,desGesundwerdens“erfahrensollte.195 DabeivertratmandenAnspruch, fürdasgesamte„Judentum“zusprechen:So seiderDavidsternaufdenTrikots jüdischerKlubskeinpolitischesSignal, son- dern„einKennzeichenderRasse“.196Dassdasnichtanderdiskursiven„Reali- tät“ vorbeiging, belegt das Faktum, dass auch in der Außenzuschreibung die HakoahhäufigalsRepräsentantdes„Judentums“insgesamt,nichtnurdesZio- nismus, interpretiert wurde. So seien Ausschreitungen bei Hakoah-Matches stets „mit demgeflügeltenSatz ‚dar Jud ist schuld‘“ kommentiertworden.197 Olympia 1936 Matthias Marschik Als die 1931 erfolgte Vergabe der Olympischen Sommerspiele 1936 an Berlin nachderMachtergreifungderNationalsozialistenbestätigtwurde,warendamit auch inÖsterreich sportpolitischeKonflikte vorprogrammiert, die Fragen jüdi- schen Sporttreibens nicht unberührt ließen.198 Das betraf zum einen das Fak- tum, dass ab Jahresbeginn 1935 die österreichische Sportverwaltung inGestalt der Sport- und Turnfront (mindestens ebenso oft als „Turn- und Sportfront“ bezeichnet) die „Judenfrage“ in Deutschland zu einem Kriteriummachte, ob dieOlympischen Spiele überhaupt beschicktwerden sollten, zumanderen die EinberufungjüdischerSportlerInnenindenOlympiakader. ImFolgendensollen 194 B. [vermutlichFritzBaar], EineAbrechnung. In:WienerMorgenzeitung (20.6.​ 1920) 7. 195WienerMorgenzeitung (17.4.​ 1921) 10. 196WienerMorgenzeitung (21.4.​ 1922) 9. 197WienerMorgenzeitung (26.4.​ 1923) 3. 198 MatthiasMarschik, Sport imAustrofaschismus. In:EmmerichTálos,WolfgangNeugebau- er (Hg.), Austrofaschismus. Politik – Ökonomie – Kultur 1933–1938 (Münster/London/Wien 2005) 372–389.
back to the  book Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938"
Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Sportfunktionäre und jüdische Differenz