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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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228 8 Konflikte Gelobtwurdedennauchder–vorübergehende–Boykott seitensderTurn- undSportfront: ImGegensatzzurRegierungundzurMehrheitderBevölkerung habe erstmals „eine österreichische öffentliche Stelle auf die Lumpereien des deutschen Hakenkreuzes ‚schroff‘ reagiert“. Die Absage wurde vollinhaltlich unterstützt: „Mit Menschen, denen das Gefühl für Sitte, Menschlichkeit und Recht als Rückständigkeit erscheint, kann es auch im sportlichen Bereich nichtsGemeinsamesgeben.“204 Negativ kommentiertwurdedieHaltung seitensdesMakkabi-Weltverban- des,derkeinStartverbot für jüdischeAktiveaussprach, sondernnureineBitte andienationalenOlympischenKomiteesundSportbehörden, „jüdischeSport- ler von der Teilnahme an der Olympiade 1936 in Deutschland zu befreien“. Empörtwurdevermeldet, dassderdeutscheMakkabinicht einmaldieseReso- lution mittrug, da er darin eine Kompetenzüberschreitung einer „unpoliti- sche[n] Organisation“ sah.205 Wenig später revidierte der deutsche Makkabi seineEntscheidung,„dadie JudeninDeutschlandnachVerkündungderNürn- berger Gesetze nicht mehr als Bürger angesehen werden und demnach Deutschland nicht mehr repräsentieren können“.206 Die Mehrzahl nationaler Sportverbände tolerierte, dassdieAthletInnen selbst über ihreTeilnahmeent- scheidendurften.Großwardaher dieAblehnungder zionistischenPresse, als der tschechoslowakische Schwimmverband den einberufenen jüdischen SchwimmerInneneine lebenslangeSperre androhteundkurzeZeit später drei jüdischeVereinewegenNichtabstellung ihrer AthletInnen auf zwei Jahre sus- pendierte.207DasveranlasstesogarNeue-Welt-ChefredakteurRobertStrickerzu einemArtikel zumThemaSport, indemer schrieb: „Der jüdischeSportler,dernichtnachBerlingeht,wirdwohlalseinvonderSportbehörde ‚lebenslänglich‘ bestrafter – aber anständigerMenschdurchs Lebengehen.Der jüdische Sportler, der sich zur Fahrt nachBerlin zwingen läßt,wird vielleicht sportbehördlichbe- lobt, sicherabervomjüdischenVolkundvonvielen, vielenNichtjudenmit ‚lebenslängli- cher‘ Verachtungbestraftwerden.“208 Besonders scharf kommentierte Hakoah-Präsident Körner – vermutlich retro- spektiv – die Frage der Teilnahme jüdischer SportlerInnen bei den Berliner OlympischenSpielen: 204 DieNeueWelt (20.8.​ 1935) 2. 205 DieStimme (20.9.​ 1935) 1. 206 DieNeueWelt (4. 10.​ 1935) 4. 207 DieStimme (14.7.​ 1936) 4. 208 RobertStricker: „Lebenslänglich“– fürAnständigkeit. In:DieNeueWelt (19.6.​ 1936) 1.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
Geschichte Nach 1918
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