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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Netzwerke von und für Frauen 257 Netzwerke vonund für Frauen FürFrauengabes,kurzgesagt, imWienderZwischenkriegszeitkeineChancen, gleichberechtigt an denMännernetzwerken im Sport teilzuhaben. Auch wenn derAnteilvonFrauenbeidenaktivenSportlerInnen inden1930er-Jahrenschon etwa 30Prozent betrug,89 lag er bei den FunktionärInnen unterhalb von fünf Prozent. Die Unmöglichkeit gleichberechtigter Teilhabe bedeutet aber nicht das Fehlen jeglicher Möglichkeit des Aufbaus von Kontakten im Sport. Zum einenexistierten sehrwohl rudimentäreNetzwerkeauch imFrauensport, zum anderengelangesetlichenFrauen, indirektandenMännernetzwerkenzupar- tizipieren. AuchwennFrauen imSport und Frauensportwährendder gesam- ten Zwischenkriegszeit benachteiligt wurden, beinhaltete allein die Existenz weiblicherSportpraxenzugleichEmpowermentundVorbildwirkung.90 Imsozi- aldemokratischenArbeiterInnensport konntendieASKÖ-Frauenauch interna- tional aufVerbandsebene feministische Erfolge erzielen. Ihr Programmwurde 1929 auf demKongress der SozialistischenArbeiter-Sportinternationale (SASI) inPragzurGrundlagedesFrauensportprogrammsdesGesamtverbandeserho- ben.91 Zumindest partiell konnten sich Netzwerke von Frauen darüber hinaus dort bilden,wo siedieEntwicklungdesFrauensports selbstbestimmtmitorga- nisierten, etwa in den „Damenschwimmklubs“, die inWienwährenddes Ers- ten Weltkrieges existierten,92 in der Mitarbeit österreichischer Sportlerinnen und Funktionärinnen in der Fédération Sportive Féminine Internationale, in der Österreich ab 1926Mitgliedwar,93 oder in den Versuchen, inWien einen eigenständigen Frauenfußball zu etablieren, der zwischen 1936 und 1938 zu einerwennauchvonderSport- undTurnfrontwievomFußballverbandheftig 89 Hannes Strohmeyer, Sport und Politik. Das Beispiel der Turnbewegungen in Österreich 1918–1938, in:ErnstBruckmüller,HannesStrohmeyer (Hg.),TurnenundSport inderGeschichte Österreichs (Wien 1998) 212–244, hier 224. 90 JohannaDorer, MatthiasMarschik, SportlicheAvancen–Frauensport inWien 1934–1938. In:ÖsterreichischeZeitschrift fürGeschichtswissenschaften 27,H. 3:Perspektivenwechsel:Ge- schlechterverhältnisse inAustrofaschismus (2016) 94–116. 91 Vgl. u.a. Reinhard Krammer, Arbeitersport in Österreich. Ein Beitrag zur Geschichte der Arbeiterkultur inÖsterreichbis 1938 (Wien 1981) 183. 92 MatthiasMarschik,Wien spielt (im) Krieg, in: Alfred Pfoser, AndreasWeigl (Hg.), ImEpi- zentrumdesZusammenbruchs.Wien imErstenWeltkrieg (Wien 2013) 404–409. 93 GertrudPfister,Die„großenFrauen“ inderFSFI.AliceMilliatundEliottLynn:Zweiaußer- gewöhnliche Sportlerinnen-Biographien. In: MichaelKrüger (Hg.), Olympische Spiele. Bilanz undPerspektiven im21. Jahrhundert (Münster 2001) 138–146.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
Geschichte Nach 1918
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