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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Jüdischer Sport nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich 283 Noch vorhandene Vermögenswerte – etwa vorab entzogene Turngeräte – wurdenzumTeil indenneuen„Sammelverein“eingewiesenunddenFunktio- närenwieder ausgehändigt.90 AufgrunddesUmstandes, dass „the authorities wanted to convey the impression of lawful dealing and generosity abroad“91, erhielten die Verantwortlichen auch einen Teil der Guthaben ihrer gesperrten Vereinskonten zurück. ZumHauptzweckdesSammelvereinsMakkabiWienwurdenebenderkör- perlichenErtüchtigungundder Teilnahme anWettkämpfender inWien bzw. Österreich verbliebenen Juden und Jüdinnen nun die Vorbereitung auf die überlebenswichtige Emigration. Seine Satzung lautete im Oktober 1938 ent- sprechend: „Zweck ist die körperliche Ertüchtigung, sowie jüdisch-kulturelle und zionistische Erziehung seinerMitglieder für die Auswanderung nach Pa- lästina und anderen Zielländern [sic].“92 Deshalb fanden in den Räumen des MakkabiWien auchSprach- undBerufsbildungskurse statt, und eswurde ein Makkabi-Hilfskomitee gegründet, das Geldmittel und Visa für die Auswande- rung zubeschaffen versuchte. Spezielle Pläne existierten für Bolivien.93 Diese zionistische, sonst weitgehend unpolitische inhaltliche Ausrichtung sicherte demVerein vorerst noch die Existenz imNS-Staat unddokumentiert zugleich seine zielgerichtete Instrumentalisierung imSinne der nationalsozialistischen Vertreibungspolitik.So findetsich ineinemandenStillhaltekommissargerich- teten Schreiben desGewerbegerichtsWien vomSeptember 1938 der Vermerk: „lediglich dieser Verein [MakkabiWien] hat den Auftrag desWeiterarbeitens erhalten,weil erwie schon früher als zionistischeOrganisationauch imSinne derVorbereitungvonAuswanderungenarbeitet.“94 DerMakkabiWien organisierte ab Juli 1938 aber auchnochTurnmöglich- keiten indenTurnsälender zur „Schiffschule“ (die bis 1938das religiöse Zen- trum der orthodoxen Juden und JüdinnenWiens gebildet hatte) gehörenden Talmud-Thora-Schule inderMalzgasse inWienLeopoldstadt sowie inderHer- 90 ÖStA,AdR,ZNsZ,StikoWien,Karton568, 31-N1, 31-N2, 31-N14.DieEinweisungbetrafdie VermögenswertederMakkabi-Vereine,nicht jedoch jenederHakoah-Vereine.Deren (Rest-)Ver- mögen zog der Stillhaltekommissar zu seinen Gunsten und jenen der NSDAP ein, vgl. exem- plarischetwaWStLA1.3.2.119.A32, Zl. 2436/27 (SchwimmklubHakoah), oderÖStA,AdR,ZNsZ, StikoWien, Karton 568, 31-N 7 (Ski- und Touristikklub). Weiter: Betz, Platzeröffnung, 164f. Ebensowurdebeim InnsbruckerHakoahverein vorgegangen, vgl.Köfler, Auflösung, 46. 91 Torczyner,Days, 21. 92 ÖStA,AdR, ZNsZ, StikoWien,Karton 568, 31-N 14: Satzungvom4.10.​ 1938. 93 ÖStA,AdR,ZNsZ,StikoWien,Karton568, 31-N14;Torczyner,Days, 23;Rosenkranz,Verfol- gung, 171;Anderl, Emigration, 282. 94 ÖStA,AdR,ZNsZ,StikoWien,Karton568,31-N7:SchreibendesGewerbegerichtsWienvom 6.9.​ 1938.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
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