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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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310 10 Nach dem „Anschluss“ „Er sagte, er finde ihn jetztnichtu.werde ihnmorgenbringen,worauf ichnunallerdings denFehlerbeging, ihmnochzusagen,dasswennderPokalheutenicht gebrachtwerde, werde ich ihm eine SA-Patrouille schicken, um ihm nachzuhelfen, bzw. um suchen zu helfen. Es hatte nämlichder FussballerMockVerbindung zu einemSA-Sturmdurchden erdenganzenFussballklubsperren,bzw.,dieWerte sicherstellenhatte lassen;Daraufhin wurdederPokal amselbenAbendvonFrauDr. Schwarz gebracht.“213 Haldenwang erpresste Schwarz vor Zeugen, wie sich Sekretär Ulbrich erin- nerte: „Ichwarweiters anwesend bei 2 Vorfällen, als Haldenwang denDr. Schwarz angerufen hat. Das ersteMal forderte er binnen 10Minutendie Rückstellungdes Pokals [...]. Dabei hat er amTelefondenDr. Schwarz inder damals üblichenWeise unter Bezugnahmeauf seine jüdischeAbstammungangeflegelt.“214 Schwarzberichtete: „Schon amnächsten Tag begehrte [Haldenwang] den Ersatz von 1800RMaufgrund von ‚Kaszetteln‘ wie er die verschiedenen Bons und Belege bezeichnete, zurück, wobei er sagte ‚dass ichmitmeinen jüdischenPlattfüssenhätte zuFussdieseWegehatschenkön- nen‘. Aufmeinen entschiedenenProtest gegen seinebeleidigendenÄußerungen sagte er mir, dass er mit mir nichts zu reden habe und bezeichnete mich am Telefon als ‚Sau- juden‘.“215 InderHauptverhandlungergänzteSchwarz: „DieseBeträgebrachtedannmei- neFrauzudemAngeklagtenundschämteer sichnicht,dieser zusagen: ‚Sind Sie froh, dass ihrMann krank ist, sonstwäre er schon inDachau‘. Der Ange- klagtedrohte, so oft er anrief undvonmir etwas verlangte,mit der SA“.216 Um den Goldpokal ranken sich zahlreiche Legenden. Haldenwang ver- suchte v.a. im zweiten Verfahren 1954 zu beweisen, dass Präsident Schwarz diesen sich aufVereinskostenwiderrechtlichhabe schenken lassen.Nachdem er 1938 inHaldenwangsBesitz gelangtwar, ließ er ihn–mit einer neuenPla- ketteversehen–alsPrämie inzweiFreundschaftsspielengegenden„altreichs- deutschen“ Verein Schalke 04 ausspielen. Nach Absetzung des Kommissari- schenVerwaltersverblieber imVereinsbesitz,wurdevondemimOktober 1938 gewähltenneuenVereinsführerBrunoEckerl 1944 inderSteiermarkvergraben 213 Vernehmung22.5. 1946. 214 ZeugenvernehmungUlbrich 1.7. 1946. 215 Zeugenvernehmung4.6. 1946. 216WStLA,Volksgericht, A1-BgVr-Strafakten: Vg 11/55, VerfahrenVG 1 gVr 2613/46,Haupt- verhandlung5.12. 1946.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
Geschichte Nach 1918
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