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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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Serialisierung | 295 4.3.2.4 Fazit Bei der tun-Periphrase handelt es sich um eine klammerbildende Konstruktion der deutschen Sprache, die in der Öffentlichkeit und in Bildungsinstitutionen meist auf Ablehnung stĂ¶ĂŸt. Diese Stigmatisierung bezieht sich v.a. auf auxilia- res tun mit nachgestelltem Infinitiv (z.B. Er tut gerade lesen.), wĂ€hrend tun- Periphrasen mit vorangestelltem Infinitiv im Vorfeld (hĂ€ufig mit Kontrastfunk- tion, z.B.: Lesen tut er ja, aber schreiben nicht.) auch aus normgramma-tischer Perspektive anerkannt sind (vgl. z.B. Duden fĂŒr „Richtiges und gutes Deutsch“ 2011: 907). In Bezug auf die hier untersuchte Osttiroler Freizeitkommunikation wurde v.a. erstere, nicht standardgrammatisch akzeptierte Form der tun- Periphrase fokussiert, und zwar hinsichtlich ihres Vorkommens im Indikativ und im Konjunktiv II, wobei tĂ€t- + Infinitiv anderen Varianten der Konjunktiv- II-Bildung im Bairischen gegenĂŒbergestellt wurde. Auf Basis der Fachliteratur wurden die formalen Charakteristika auxiliaren Tuns im Indikativ sowie der Konjunktiv-II-Bildung im Bairischen zusammenge- fasst (vgl. Kapitel 4.3.2.1.). Darauf aufbauend wurde eine Frequenzanalyse (vgl. Kapitel 4.3.2.2.) durchgefĂŒhrt, die zunĂ€chst das Vorkommen von tun- Periphrasen im Indikativ und Konjunktiv in den drei Teilkorpora JD, ED und GF in den Blick nahm und sich anschließend auf den Vergleich der Altersgruppen konzentrierte. Hier ĂŒberraschte zunĂ€chst, dass in Teilkorpus GF keinerlei tun- Periphrasen belegt sind und auch in den beiden dialektal geprĂ€gten Teilkorpora in Relation zu den jeweiligen VergleichsgrĂ¶ĂŸen der Grundgesamtheit (Gesamt- zahl der kanonisch geschriebensprachlichen SĂ€tze (KS) bzw. Gesamtzahl der möglichen SĂ€tze (MS)) relativ selten vorkommen. In der Analyse der insgesamt 155 Belege fĂŒr auxiliare tun-Konstruktionen brachte v.a. die Ausdifferenzierung hinsichtlich des Verbmodus einen interessanten Unterschied zutage: In den GesprĂ€chen der jugendlichen Osttiroler/-innen sind deutlich mehr tun- Periphrasen im Konjunktiv II belegt als in jenen der erwachsenen Proband/- innen. In der Detail-Analyse der belegten Äußerungen mit Konjunktiv-II-Formen zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den drei Teilkorpora JD, ED und GF. WĂ€hrend im Korpus mit den standardnahen FernsehgesprĂ€chen nur zwei Konjunktiv-Varianten belegt sind (nĂ€mlich analytisch wĂŒrd- + Infinitiv: rund 69%; synthetisch standardsprachlich: rund 31%), ist die VariabilitĂ€t hinsicht- lich der Konjunktivbildung in den beiden Dialektkorpora JD und ED viel stĂ€rker ausgeprĂ€gt. In den diskursiven Daten aus Osttirol finden sich dialektale Kon- junktiv-II-Formen (synthetisch mit Ablaut; synthetisch mit Infix -at; analytisch tat- + Infinitiv), doch auch der wĂŒrde-Konjunktiv ist in der Osttiroler Freizeit- kommunikation belegt. Der in der allgemeinen Analyse der tun-Periphrasen
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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