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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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298 | Empirische Analysen – *
, dass er verteidigt werden mĂŒssen hĂ€tte – 
, dass er hĂ€tte verteidigt werden mĂŒssen (Bspe. nach Engel 2004: 234) Mit der „Hauptsatzregel“ beschreibt Engel die Serialisierung der Verbteile wie folgt: „Im Konstativsatz rĂŒckt das finite Verb in den linken Klammerteil.“ (Engel 2004: 234) Die Verbteile der rechten Satzklammer werden nach ihrer AbhĂ€ngig- keit positioniert, sodass eine Verbform jenem Teil der komplexen Verbalphrase folgt, der direkt von ihr abhĂ€ngig ist: – Er hat 
 versucht – Es ist 
 geschrieben worden – Es sollte 
 untersucht werden dĂŒrfen (Bspe. nach Engel 2004: 234), wobei die „ViP-Regel immer vor der Hauptsatzregel anzuwenden“ (Engel 2004: 234) ist.366 Dass sich in den bairischen Dialekten sowohl in Verberst-/Verbzweit- als auch in VerbletztsĂ€tzen eine grĂ¶ĂŸere Variationsbreite als in der gegenwĂ€rtigen Standardsprache beobachten lĂ€sst, hat Patocka bereits 1997 in seiner Monogra- phie „Satzgliedstellung in den bairischen Dialekten Österreichs“ umfĂ€nglich dokumentiert. Sein Korpus besteht aus 38 Tonbandmitschnitten aus dem Pho- nogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, „die in den Jahren 1952 bis 1987 mit Sprechern aus dem mittel- und sĂŒdbairischen Dialekt- raum in Österreich angefertigt wurden“ (Patocka 1997: 65), und Erhebungen von Patocka selbst. DafĂŒr wurden GesprĂ€che zwischen einem Explorator und meist Ă€lteren Personen aus der bĂ€uerlichen Lebenswelt festgehalten – beson- ders relevant im Vergleich mit der Osttiroler Freizeitkommunikation sind dabei die Ergebnisse zur Stellungsalternation in den Belegorten des sĂŒdbairischen Dialektraums, eine der Tonbandaufnahmen stammt sogar aus Osttirol (Gemein- de Kartitsch). In den Fokus seiner AusfĂŒhrungen nimmt Patocka die Stellungs- alternation in ModalverbfĂŒgungen sowie die variable Serialisierung der Verb- formen in Verbalkomplexen der zusammengesetzten Tempora, die er als „tatsĂ€chliche dialektale Besonderheiten“ (Patocka 1997: 30) bezeichnet und sie damit gegenĂŒber allgemeinen Merkmalen gesprochener Sprache wie der Ten- || 366 Inwiefern die von Engel (2004) festgelegten grundlegenden Regeln zur Serialisierung im Verbalkomplex alle Vorkommensvarianten abdecken, und ob diese Darstellung auch aus sprachhistorischer Sicht haltbar ist, wird von Ágel (2001) thematisiert. Er plĂ€diert dafĂŒr, die ZusammenhĂ€nge nach dem „Prinzip der ViabilitĂ€t“ (Ágel 2001: 319), demzufolge „[j]ede lingu- istische Beschreibung (bzw. ErklĂ€rung) mit der Beschreibung (bzw. ErklĂ€rung) der Geschichte des zu beschreibenden (bzw. zu erklĂ€renden) PhĂ€nomens konform sein [muss]“, zu beleuch- ten.
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Title
Jugendkommunikation und Dialekt
Subtitle
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Author
Melanie Lenzhofer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Size
14.8 x 22.0 cm
Pages
502
Category
Geographie, Land und Leute
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