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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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399 »Generalplan Ost« und die Slowenen. Karawankengrenze.at Buchcover Drava Verlag Die ersten Planungsdokumente erschienen im Februar 1940 und betrafen die annektierten polnischen Gebiete. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 entstanden in rascher Folge weitere, radikalere Fassungen des »Generalplans Ost«. Während in der im Reichssicherheitshauptamt entstandenen Version vom November 1941, unter SS-Standartenführer Dr. Hans Ehlich, ohne Umschweife die Vernichtung von über 30 Millionen Slawen angekündigt wurde – durch De- portation, Aushungern oder Ermordung –, bedienen sich die aus der Werkstatt von Konrad Meyer stam- menden Versionen einer wissenschaftlich-rationalen Sprache, in der sich die erwünschte Reduktion der »fremdvölkischen Bevölkerung« nur indirekt aus der Differenz von Ist- und Sollzahlen ergibt. Mit Fortschreiten des Krieges wurden die Planun- gen mehrfach an die wechselnden, sich radikalisieren- den Vorstellungen der Nationalsozialisten angepasst. So legte Konrad Meyer Anfang Juni (datiert : 28. Mai 1942) eine nach den Direktiven Himmlers stark er- weiterte Version unter dem Titel »Generalplan Ost. Rechtliche, wirtschaftliche und räumliche Grundlagen des Ostaufbaus« vor. In dieser waren neben den annektierten Gebieten Polens und des Generalgouvernements auch die eroberten Teile des Baltikums, der Ukraine und die Region um Leningrad einbezogen. In nur 25 Jah- ren (zuvor 30 Jahre) sollten diese Gebiete vollständig »eingedeutscht« werden. Der Plan sah die Schaffung von drei großen »Marken des Reiches« vor, genannt : »Ingermanland« (Petersburger Gebiet), »Gotengau« (das Krim-Gebiet) und das »Memel-Narew-Gebiet« (Bezirk Białystok und Westlitauen). Diesen sollte eine Kette von 36 befestigten deutschen Siedlungsstütz- punkten vorgelagert sein (Generalplan Ost  … 1942). Für die Besiedlung der Marken und Stützpunkte sollten 4,8 Millionen Siedler gewonnen werden. Da der wachsende Bedarf an »rassisch geeigneten« Sied- lern nicht mehr allein durch reichsdeutsche Bauern und »Volksdeutsche« gedeckt werden konnte, sollten Siedler nun auch aus Übersee (rückkehrwillige Auswanderer), bei anderen »germanischen« Völkern oder durch »Um- volkung« und »Eindeutschung« von Angehörigen an- derer Völker gewonnen werden. Darüber hinaus sollte im Osten, als dem neuen »Pflanzgarten des Reiches«, durch rassische Auslese – der sogenannten »Leistungs- züchtung« – neues »Menschenmaterial« gewonnen werden (Mai, 358). Für die Zeit des Aufbaus sah der »Generalplan Ost« vor, die Siedlungsmarken aus ihrem bisherigen staats- rechtlichen Territorialverband auszugliedern und der Hoheitsgewalt des »Reichsführer-SS« zu unterstellen. Nach den Prinzipien des Führerstaates oblagen diesem sowohl Rechtsetzung, Rechtsprechung als auch deren Vollzug. Gedacht war an eine Belehnung von Grund und Boden nach mittelalterlichem Vorbild, entweder als »Zeitlehen«, »Erblehen« oder »Eigentum beson- deren Rechts«. Für das Aufbauwerk Ost, für das ein Zeitraum von 25 Jahren vorgesehen war, wurden ins- gesamt 66,6 Milliarden Reichsmark an Finanzmitteln kalkuliert. Für die ersten beiden Fünfjahresabschnitte war der Einsatz von 450.000 Arbeitskräften vorgesehen, wobei für die Bereiche forstwirtschaftlicher Aufbau, Landschaftsgestaltung, Straßenbau, Wasserstraßen der »kolonnenweise Einsatz von Kriegsgefangenen« und sonstigen »fremdvölkischen Arbeitskräften« geplant war. Zur Finanzierung war neben Mitteln aus dem ordentlichen Reichshaushalt auch eine das »Altreich« treffende Ostaufbausteuer vorgesehen, aber auch Fi- nanzmittel aus »Tributleistungen« durch den Einsatz von »fremdvölkischen Arbeitskräften« (Kriegsgefange- nen, Zivilgefangenen, Polizeigefangenen). Neben his- torisierenden Rückgriffen auf Germanentum und Mit- telalter enthielt der »Generalplan Ost« durchaus auch
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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