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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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Page - 436 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

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436 Gorazd, dux Goldene Bulle, Übersetzung Wolfgang Fritz UNESCO Memory of the World der erhabenen Fürsten, nämlich des Königs von Böhmen, des Pfalzgrafen bei Rhein, des Herzogs von Sachsen und des Markgrafen von Brandenburg, die doch wahrscheinlich als Kinder die deutsche Sprache auf natürliche Weise erlernt haben, vom siebenten Jahre an in der lateinischen, italie- nischen und slawischen [d. h. wohl tschechischen] Sprache unterrichtet werden. Die Neuhochdeutsche Übersetzung aus 1713 lau- tet zwar : …  in der (Teutschen /) Lateinischen / Welschen / und Wendischen Sprachen  … gelehrt werden, bzw. das lateinische Original : Italica ac Sclavica lingwis instru- antur (wobei Mal Scalvica bzw. Wendisch mit slawisch übersetzt). Anzunehmen ist, dass unter Berücksichtigung der Hervorhebung der Kenntnis der Sprache der Unter- tanen in Böhmen »slavica« als Tschechisch, in Sach- sen Sorbisch und in Brandenburg das örtliche slawi- sche Idiom zu interpretieren waren. Zudem bestimmt die Bulle, dass die Adressaten mit 14 Jahren in ihnen ausgebildet sein sollen, zumal dies für dienlich sei und für unentbehrlich gehalten [wird], weil diese Sprachen in besonderem Maße im Heiligen Römischen Reiche benützt und benötigt werden. Schließlich gibt die Bulle noch modern anmutende pädagogische Anweisungen, die der →  Immersion entsprechen und empfiehlt mut- tersprachliche Hauslehrer bzw. Konversationspartner (…  [die Söhne] in Gegenden schicken, wo sie jene Spra- chen erlernen können, oder sie daheim sprachkundigen Er- ziehern, Lehrern und gleichaltrigen Gefährten übergeben) (→  Adelssprache, dort Maximilian I.; →  Mutter- sprache). Für die Habsburger selbst, die in der G. B. nicht be- rücksichtigt waren, reklamierte sich Rudolf IV. mit einer Fälschungsurkunde, in das Privilegium Maius 1358/59 hinein, das Kaiser Friedrich  III. schließlich 1453 reichsrechtlich anerkannte. Für die slowenischen Länder kann also rein theoretisch in Analogie ange- nommen werden, dass die Kenntnis des Slowenischen für die Habsburger in ihrer Funktion als Landesfürsten als verbindlich anzusehen war. Die Goldene Bulle be- hielt ihre formale Gültigkeit bis 1806. Die Goldene Bulle wurde 2013 in das UNESCO- Verzeichnis des Weltdokumentenerbes aufgenommen. Quellen/Web : Die Hoch-Teutsche Übersetzung der güldenen Bull Kaysers Carl des Vierten. In : J. Ch. Lünig (Hg.) : Das Teutsche Reichs- Archiv, Bd. 1. Leipzig 1713, 34–53 (neuhochdeutsche Übersetzung) ; W. Altmann (Hg.) : Die alte Frankfurter Deutsche Uebersetzung der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV. [Entstehungsdatum : 1356, frühneu- hochdeutsche Übersetzung spätestens vor Mai 1365]. In : Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte/Germanistische Abteilung., Bd. 18–31 (1897) 107–147. Leipzig 1897, Quelle : Digitale Bibliothek des Max Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte (http:// dlib-zs.mpier.mpg.de/mj/kleioc/0010/exec/bigpage/%222085091_1 8%2b1897_0111%22) ; Bulla aurea Karoli IV. In : K. Zeumer : Quel- len und Studien zur Verfassungsgeschichte des Deutschen Reiches in Mittelalter und Neuzeit, Band II, Heft 2. Weimar, Hermann Böhlaus Nachfolger 1908, 1–48 (Monumenta Germaniae Historica, MGH : www.dmgh.de) ; Die Goldene Bulle – d. Reichsgesetz Kaiser Karls IV. vom Jahre 1356 / [Akad. d. Wiss. d. DDR, Zentralinst. für Geschichte]. Deutsche Übers. von W. D. Fritz. Geschichtl. Würdi- gung von Eckhard Müller-Mertens. Weimar 1978, 35–38 (Berlin- Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, http://pom. bbaw.de/mgh/) ; Die Goldene Bulle. In : L. Weinrich (Hg.) : Quellen zur Verfassungsgeschichte des Römisch-Deutschen Reiches im Spätmittel- alter (1250–1500). Freiherr von Stein Gedächtnisausgabe Bd. XX- XIII, Darmstadt 1983, 314–393 ; UNESCO : www.unesco.org/new/ en/communication-and-information/flagship-project-activities/ memory-of-the-world/homepage/, www.unesco.at/kommunika- tion/memory.htm, www.unesco.at/kommunikation/basisdokumente/ charta_digitales_kulturerbe_dt.pdf (20. 6. 2013). Lit.: J. Mal : Die Eigenart des karantanischen Herzogtums, Südostfor- schungen 20 (1961) 68 ; F. Seibt : Karl IV. (Taufname Wenzel). In : Neue Deutsche Biographie (NDB). Bd. 11. Berlin 1977, 188–191 (Di- gitalisat) ; B.-U. Hergemöller : Fürsten, Herren, Städte zu Nürnberg 1355/56. Die Entstehung der »Goldenen Bulle« Karls IV. Köln 1983 ; A. Wolf : Goldene Bulle von 1356. In : Lexikon des Mittelalters. Bd. 4. München/Zürich 1989, Sp. 1542–1543 ; R. Hoke : Österreichische und deutsche Rechtsgeschichte. Wien [e. a.] 1992 ; H. Baltl, G. Kocher : Österreichische Rechtsgeschichte : unter Einschluss sozial- und wirt- schaftsgeschichtlicher Grundzüge ; von den Anfängen bis zur Gegenwart. Graz 112008 ; T. Olechowski : Rechtsgeschichte, Einführung in die his- torischen Grundlagen des Rechts. Wien 2008 ; P. Simoniti : Humanis- mus bei den Slowenen, Slowenische Humanisten bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Wien 2008, 188  f.; W. Brauneder : Österreichische Ver- fassungsgeschichte. Wien 112009 ; U. Hohensee, M. Lawo, M. Lindner [e. a.] (Hg.) : Die Goldene Bulle. Politik – Wahrnehmung – Rezeption. 2 Bd. Berlin 2009. Bojan-Ilija Schnabl Gorazd, dux, →  Duces Carantanorum. Goritschnig, Andreas aus dem Rosental/Rož, Verfas- ser eines volksmedizinischen Büchleins Arcniske bukve (1765), →  Bukovništvo. Goritschnig/Goričnik, →  Flurnamen in St.  Thomas am Zeiselberg/Šenttomaž pri Celovcu und in der wei- teren Umgebung ; →  Vulgoname. Gorizia (ital.), Gorica (slow.), Görz (dt.), Gurize (friul.), Stadt am Übergang von der Soča/Isonzo zur friulanischen Ebene. Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt findet sich in einer Urkunde vom 28. April 1001 als »villa quae Sclavorum lingua vocatur Goritia«.
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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