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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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Page - 445 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

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445 Grafenauer, Bogo Grafen von Cilli, Wappen nach Megiser, Das neundte Buch der Chronik, S. 980 ter Barbara den ungarischen König Sigismund. Ihr Ansehen festigten die G.  v.  C. auch durch die Über- nahme einiger wichtiger Funktionen in Ungarn und konnten so ihr Ansehen noch erhöhen. 1423 mussten die Habsburger auf die Lehensoberhoheit über die G.  v.  C. verzichten. Diese gehörten nun zu den Reichs- herrschaften des römisch-deutschen Kaiserreiches. Zu einer inneren Krise, die den Aufstieg bremste, kam es durch die Heirat Friedrichs  II. mit Veronika von Desenic (Vernonika Deseniška) und seiner zeitweiligen erzwungenen Abstinenz von der Leitung der Famili- enpolitik. Eine Phase der Konsolidierung beruhigte die Situation. Den Höhepunkt ihrer Macht erreichten die G.  v.  C. durch die Planpolitik Hermanns, allerdings erst nach dessen Tod 1436, als die G.  v.  C. zu Reichs- fürsten durch den deutschen König Sigismund erho- ben worden waren, womit die Gründung des Fürsten- tums Cilli einherging. Die Erhebung hatte den Konflikt mit dem Habsburger Friedrich III. zur Folge ebenso wie gegenseitige Angriffe, die bis 1443 andauerten. Zwischen den Streitparteien wurde ein gegenseitiger Erbvertrag geschlossen. Die Habsburger anerkannten formal den Fürstenstatus der Grafen von Cilli. Fried- rich II. besorgte die innere Verwaltung, sein Sohn Ulrich widmete sich der europäischen Politik und wollte damit das Ansehen der Familie festigen und vergrößern. Seine Frau war Katharina Gräfin von Cilli (geb. Kantakuzena Branković), die Tochter des serbischen Despoten Djuradj Branković, Nichte der Despina Olivera (die 1389–1402 mit Sultan Bajezid I. verheiratet gewesen war) und Schwester der Kaiserin/ Carica MARA (der Frau des Sultans murad II. und Stiefmutter des Sultans Mehmed des Eroberers). Ul- rich hatte zur Zeit Albrechts II. für einige Monate die Funktion des Stellvertreters in Böhmen inne. Nach Albrechts Tod aber nahm er aktiv am Bürgerkrieg in Ungarn teil. Seine Absicht war es, sich über Ladis- laus Postumus, den Sohn seiner Kusine, dessen Re- gentschaft er innehatte, als De-facto-Herrscher durch- zusetzen. Ein Teil des ungarischen Adels mit Johann Hunyadi an der Spitze widersetzte sich dem, und der Streit endete mit der Ermordung Ulrichs in Belgrad am 9. November 1456, wodurch die Herrschaft G.  v.  C. ihr Ende fand. Seine Witwe katharina versuchte die Herrschaft für die Kinder zu retten, wurde aber von den Habsburgern militärisch besiegt, worauf sie 1369 mit Erlaubnis des Sultans an den Hof ihrer Schwester, der Sultanin Mara, übersiedelte. Die Bestimmungen des Erbvertrages für Steiermark/Štajerska und Krain/ Kranjska setzte der Habsburger Friedrich III. im Jahr nach ulrichs Tod um. In Kärnten/Koroška kam es zu- nächst zu Zusammenstößen mit den Grafen von Görz, die er 1460 mit dem Frieden von Pusarnitz (Požarniški mir < Požarnica) beilegen konnte. Nach dem Tod von Ladislaus Postumus 1458 übernahm in Ungarn Jo- hann Hunyadis jüngerer Sohn Matthias Corvi- nus (slowenisch die mythologische Figur des →  kralj Matjaž) die Macht. Mit Kärnten/Koroška verband die G.  v.  C. in erster Linie ihr dortiger Besitz. Bis Mitte des 14. Jh.s misch- ten sie sich in das Geschehen in Kärnten/Koroška kaum ein. Sie beschränkten sich eher auf zeitweise Kriegsbündnisse. Ihre ersten Besitzungen gehen auf die Heunburger zurück. Hinzu kamen in der zweiten Hälfte des 14. Jh.s noch einige kleinere Besitzungen. In Kärnten/Koroška festigten sie sich erst nach der Beer- bung der Grafen von Ortenburg 1418 bzw. 1420. Der Schwerpunkt ihrer Politik lag in den letzten Jahrzehn- ten ihres Bestehens in Ungarn und am Balkan, wo- durch ihre Herrschaft in Kärnten/Koroška keine tiefe- ren Spuren hinterließ, allerdings wurde erst mit ihrem Aussterben 1456 die Ausbildung einer festen habsbur- gischen Landeshoheit in Kärnten/Koroška ermöglicht. Lit.: ES ; OVSBL. – J. Orožen : Zgodovina Celja in okolice. I. del.: Od začetkov do leta 1848. Celje 1971 ; C. Fräss-Ehrfeld : Geschichte Kärn- tens. Das Mittelalter. Klagenfurt 1984 ; K. Sturm-Schnabl : Mara, Ka- tarina Kantakuzena. In : Prosopographisches Lexikon der Paialogenzeit. Wien, ÖAW, 1988–, s.  v.; Celjski grofje, stara tema – nova spoznanja, Zbornik mednarodnega simpozija (Hg. Fugger Germadnik Rolanda). Celje 1999 ; J. Mlinar : Podoba Celjskih grofov v narativnih virih. Ljubljana 2005. Janez Mlinar ; Üb.: Katja Sturm-Schnabl Grafen von Görz (Goriški grofje) →  Herzöge von Kärnten/Koroška. Grafenauer, Bogo (* 16. März 1916 Ljubljana, † 12. Mai 1995 ebd.), Historiker, Professor an der philoso- phischen Fakultät der Universität Ljubljana. Mit Kärnten/Koroška war G. familiär verbunden. Sein Vater Ivan →  Grafenauer kam aus dem →  Gail- tal/Ziljska dolina nach Ljubljana, bei seinem Großvater verbrachte er als Volks- und Gymnasialschüler zahlrei- che Ferien. Nach der Matura in Ljubljana studierte G. an der Universität Ljubljana Geschichte und Geogra- fie, diplomierte 1940 und promovierte 1944. Während des Krieges war er einige Zeit in Italien interniert. Ab 1941 befasste er sich mit der slowenischen Nordgrenze.
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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