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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
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Page - 210 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3

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210 Schon auf der Reise nach Wien versprach er den Ungarn die Wiederherstellung ihrer Ver- fassung. Ebenso bot er den Niederländern die volle Bestätigung ihrer Privilegien an. In den Erblanden lebten die ständischen Verfassungen wieder auf. Die Landtage wurden allenthalben einberufen. Einige der verhaßtesten Neuerungen, namentlich das als unrichtig in der Bemessung erkannte josefinische Steuersystem wurden sofort abgeschafft. Auch dem Clerus wurden mancheErleichternngen von dem Staatszwange Josefs gewährt, die General- seminarien verschwanden, einzelne Klöster erhielten ihre Güter zurück. Aus dem Strafrechte wurden einige der anstößigsten Bestimmungen des josefinischen Gesetzbuches entfernt; auch wurde die Führung der verhaßten Condnitelisten eingestellt. So wurden die aufgeregten Länder allmälig wieder beruhigt, zumal sich Leopold iu althergebrachter Weise zum König von Böhmen und Ungarn krönen ließ und letzterem Lande in seinem viertgeborenen Sohne einen Palatin gab. Zugleich wurde die Verbindung der ungarischen und der siebeubürgischeu Hofkanzlei wieder aufgehoben und die illyrische Hofkanzlei wieder hergestellt, da Leopold in der „illyrischen", das ist serbischen Nation eine Stütze gegen die unbotmäßigen Elemente des ungarischen Adels zu finden hoffte. Die Bewältigung der belgischen Unruhen endlich gelang Leopold im Zusammenhang mit der Herstellung des Friedens nach außen. Leopold trat die Regierung in Österreich mit dem festen Vorsatze an, den Eroberungsplänen seines Bruders zu entsagen und der Herstellung des Friedens, der im Hinblick auf die inneren Verhältnisse so dringend nöthig war, jedes Opfer zu bringen. Allerdings wurde seine Friedensliebe durch die auf territoriale Erwerbungen (Danzig und Thorn gegen Rückgabe Galiziens an Polen und Entschädigung Österreichs ans Kosten der Pforte) gerichtete Politik Hertzbergs, noch mehr dnrch die Kriegsgelüste des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. selbst auf eine harte Probe gestellt. Aber Leopold wußte durch die äußerste Nachgiebigkeit die Tauschpläne Hertzbergs zu beseitigen und seine Gegner zu entwaffnen. Im Juli 1790 kam der Reichenbacher Vertrag mit Preußen und den See- mächten zustande, in welchem Preußen die Tauschpläne fallen ließ, Leopold aber mit den Türken auf Grundlage des alten Besitzstandes Frieden schließen zu wollen versprach. Durch diesen Vertrag gewann zugleich Leopold freie Hand gegenüber Belgien, das sich bald darnach den einrückenden österreichischen Truppen wieder unterwerfen mußte. Die Kaiserwahl Leopolds vollzog sich jetzt ohne Schwierigkeit. Auch in der äußeren Politik bezeichnet Leopolds Regierung einen wichtigen Wende- punkt. Die Vorgänge in Frankreich und die Absicht, sich von seinem bisherigen Verbündeten, Rußland, unabhängiger zu macheu, bewogen ihn zum Frieden mit der Pforte und zur Annäherung an Preußen. Die Vorgänge in Polen beschäftigten Leopolds Aufmerksamkeit. Er hat die neue (Mai-) Verfassung dieses Landes anerkannt; wenn er auch uicht, wie mau mehrfach behauptet hat, an den Vorbereitungen derselben thätigen Antheil nahm, so
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Volume
3
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1887
Language
German
License
PD
Size
15.64 x 22.39 cm
Pages
278
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch

Table of contents

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild