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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
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Page - 212 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3

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212 Graf von Artois den beiden Monarchen überreichte, nicht deren Billigung fand, die Hast, mit der sich Leopold die bald darnach erfolgte Annahme der Verfassung vom 14. September durch Ludwig XVI. zunutze machte, um den Gegenstand des europäischen Concerts fürs erste als beseitigt zu erklären. Die brausende Leidenschaft der Nationalversammlung, vor Allem der Giroude, war es, welche zuletzt den Kaiser zwang, auf ernstere Maßregeln als aus das nebelhafte Concert der Mächte bedacht zu sein. Auf die Drohungen der National- versammlung gegen den Kurfürsten von Trier forderte er zwar diesen znr Auflösung des ans seinem Gebiete sich sammelnden Emigrantenheeres auf, ratificirte aber zugleich das Reichstagsconclnsum über die Elsässer Fürsteurechte uud erklärte in einer Note vom 21. December 1791 an Frankreich, daß er als Reichsoberhaupt eine bewaffnete Verletzung der Grenze nicht zulassen könne und daher für diesen Fall Vvrkehrnngen getroffen habe, dem Kurfürsten von den Niederlanden aus Hilfe zu bringen. Vor Allem aber vollzog er unter dem Eindrucke jener Drohungen am V.Februar 1792 den Allianzvertrag mitPreußen. Aber auch jetzt wiegte sich der Kaiser noch immer iu der Hoffnung, durch diplomatische Mittel den Sturm zu beschwichtigen. Er wünschte nun jenes europäische Coucert wirklich herbeizuführen, aber er bot die größte Vorsicht auf, um den Krieg mit Frankreich, falls derselbe unvermeidlich werden sollte, des Charakters der Vertheidigung nicht zn entkleiden. Leopolds Bemühungen blieben wirkungslos. Dem Ultimatum der Nationalversammlung vom 25. Januar 1792 folgte dann die österreichische Gegennote vom 17. Februar. Am 20. April erfolgte die Kriegserklärung Frankreichs. Leopold hat dieselbe nicht erlebt. An demselben Tage (1. März 1792), da die letzte kaiserliche Note in der Nationalversammlung verlesen wurde, starb Kaiser Leopold rasch und unerwartet. Seine Gemalin Maria Louise, Tochter des Königs Karl III. von Spanien, folgte ihm wenige Wochen später (15. Mai) in den Tod. Sie hatte ihm 16 Kinder geboren, von denen nur zwei vor den Eltern starben : die Erzherzoge Franz (später Kaiser), Ferdinand (Nachfolger seines Vaters in Toscana), Karl, Leopold, Albrecht (gestorben 1773), Maximilian (gestorben 1778), Josef, Anton, Johann Baptist, Rainer, Ludwig und Rudolf und die Erzherzoginnen Maria Theresia (später Königin von Sachsen), Marie Anna, Marie Clementine (später Gemalin Franz I., Königs von Sicilien) und Marie Amalie. Anch Leopolds II. Regierung in Österreich wird sehr verschieden beurtheilt. Da er sich gleich anfangs zur Zurücknahme einer Reihe von Maßregeln seines Bruders gezwuugeu sah, anderseits den weitgehenden Ansprüchen der Stände vielfach entgegentrat, so hat man seine Regierung in Österreich bald unter den Gesichtspunkt einer Restauration, ja Reaction gegen den Josefinismus gebracht, bald wieder derselben eine noch weit über Josefs Absichten hinaus gehende Richtung auf Beschränkung der ständischen Rechte impntirt. Nun wird zwar die richtige Würdigung Leopolds durch die kurze Dauer seiner Regierung in Österreich
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Volume
3
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1887
Language
German
License
PD
Size
15.64 x 22.39 cm
Pages
278
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch

Table of contents

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild