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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
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Page - 236 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3

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236 Es wurden daher Friedensverhandlungen zu Chatillon eröffnet; da aber Napoleon keine Zugeständnisse machen wollte, zerschlugen sich dieselben, nnd Österreich, Preußen, Rußland und England kamen in dem Vertrage von Chanmont überein, den Krieg nicht eher zn beendigen, als bis ein Friede erreicht wäre, der das Gleichgewicht und die Ruhe in Enropa verbürge. Nach zwei neuen Niederlagen bei Laon durch Blücher und bei Arcis snr Anbe durch Schwarzenberg faßte Napoleon den verwegenen Plan, dem Feinde die Straße nach Paris offen zu lassen, sich ihm in den Rücken zu werfen und einen Volkskrieg zu errege». Allein die Verbündeten rückten mit gleicher Kühnheit auf Paris los, das nach der Erstürmung der Höhen des Montmartre capitnlirte. Am 31. März hielten Kaiser Alexander, König Friedrich Wilhelm III. und Fürst Schwarzenberg ihren Einzug. Zwei Tage später erklärte der Senat Napoleon für abgesetzt. Dieser selbst dankte auf die Nachricht vou den Vorfällen in Paris zuerst zu Gunsten seines Sohnes, dann, als diese bedingte Entsagung von den Alliirten nicht angenommen wurde, unbedingt ab. Er behielt den Kaisertitel und die Insel Elba nebst einer Jahresrente. Die Kaiserin Marie Louise erhielt Parma und Piacenza mit dem Erbrechte für ihren Sohn. Bald nachher wurde der erste Pariser Friede abgeschlossen, der dieBourbous (LudwigXVIIl.) wieder auf den Thron setzte und Frankreich auf die Grenzen von 1792 redneirte. Wohl kehrte Napoleon von Elba noch einmal nach Frankreich zurück, wo er bei der gegen die Bourbous herrschenden Mißstimmung mit Jubel aufgenommen und im Triumphe nach Paris geleitet wurde. Aber die verbündeten Monarchen erklärten ihn als „Feind und Störer der Ruhe der Welt" in die Acht und der Herrschaft „der hundert Tage" machte die furchtbar blutige Schlacht bei Waterloo (Belle- Alliauce) ein Ende. Neuerdings legte Napoleon zu Gunsten seines Sohnes die Regierung nieder; er selbst wurde, als er sich nach England flüchten wollte, verhaftet und als Gefan- gener der Verbündeten auf das im Weltmeer gelegene einsame Felseiland St. Helena gebracht, wo nach sechs Jahren, an denen der Schmerz tief gesunkener Größe nagte, dieser „gefesseltePromethens" endlich im Grabe die Rnhe fand, die ihm im Leben fremd geblieben war. Dem Kriege mit Frankreich aber machte der zweite Pariser Friede ein Ende, der Ludwig XVIII. neuerdings auf den Thron Frankreichs innerhalb der Grenzen von 1790 erhob. Schon früher war zur Ordnung der europäischen Verhältnisse ein Congreß zu Wien eröffnet worden, der außer den „drei Alliirten", welche am 12. September 1814 ihren Einzug hielten, die bedeutendsten Staatsmänner versammelte und auf welchem glänzende Feste mit ernste» Unterhandlungen abwechselten. Österreich erhielt durch die Pariser Friedensschlüsse, die Bestimmungen des Wiener Kongresses und den Separatfrieden mit Baiern, was es verloren hatte, zurück und als Entschädigung für die Vorlande und Belgien Dalmatien und das venetianische Gebiet, welches mit der Lombardie zu einem Königreiche
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Volume
3
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1887
Language
German
License
PD
Size
15.64 x 22.39 cm
Pages
278
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch

Table of contents

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild