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zahlreiche Kirchen Oberösterreichs malte. Seine Bilder zeigen ein bedeutendes nnd geschultes
Talent; Composition nnd Linienführung sind ernst und correct, doch scheint uns sei»
Colorit und namentlich die Undnrchsichtigkeit der Schatten wenig erquicklich. Allerdings
haben seine Bilder bereits sehr gelitten.
Michael Halbax, der unter den deutschen Künstlern seiner Zeit einen hervorragenden
Platz eiuuimint und von Karl VI. hoch geschätzt war, kommt 1693 oder 1694 nach
St. Florian, wo er bis an sein Lebensende 1711 fortgesetzt sowohl an Altarbildern als
besonders an Decken- nnd Wandgemälden meist auf Leinwand arbeitet. Hatte Reselfeld
vorwiegend religiöse Vorwürfe behandelt, so sehen wir Halbax historisch allegorische Stoffe
ausbilden und hierbei Reichthum au Ideen, vollendete, etwas üppige Zeichnung uud
stimmnugsvolle Farbengebung bethätigen.
Die beiden Altomoute (eigentlich Hohenberg), der Vater Martin und der Sohn
Bartholomäus, gehöre» durch eiu Menschenalter künstlerischer Thätigkeit, Bartholomäus
insbesondere auch durch das Grab Oberösterreich an. Ein Schüler des I. B. Bacizo und
in Warschau und Wien bereits rühmlich bekannt, tritt Martin, 1719, in Oberösterreich
auf, wo er in St. Florian, Wilhering, Lambach, Kremsmünster und Linz thätig ist. Bar-
tholomäus, der von 1722 an Vieles mit seinem Vater gemeinschaftlich malt, setzt dessen
große Aufgaben fort und weiht durch mehr als 69 Jahre den Stiften und Kirchen des
Landes seinen Pinsel, bis er am Abend seines Lebens nach St. Florian zurückkehrt und
hier, wo er jung gewesen und eine Lebensgefährtin gefunden, als nennzigjährer Greis,
1783, stirbt. Dieses Künstlerpaar ist schon vermöge seiner ungeheueren Fruchtbarkeit
geradezu phänomenal zu nennen; denn uns selbst sind 230AltomontescheBilder (Ölgemälde
und Fresken) in Oberösterreich bekannt, wovon 130 auf den Sohn entfallen, von den
vielen Skizzen und Zeichnungen der Künstler und den ungezählten sogenannten Fasten-
bildern abgesehen, welche dieselben sicherlich von ihren Gehilfen ausführen ließen. Wie
es bei eiuer solchen Massenproduktion nicht anders sein kann, sind die Arbeiten der
Altomontes von sehr verschiedenen! Werthe; dort, wo nicht die Hast des Gewinnes oder
die Geringschätzung der Bestellung den Ausschlag gab, sind sie groß uud schön gedacht, in
der Zeichnung sehr selbständig, im Colorit effectvoll. Martin vertritt eine energischere
Linienführung und ein derberes Colorit, während Bartholomäus sich mit Vorliebe in das
Spiel der Verkürzungen und der weiten Durchblicke ergeht, sowie auch in seinem Streben
nach zarter Stimmung mitunter in Schwächlichkeit und Blässe verfällt. Der jüngere
Altomonte ist aber auch schon von jenem Manierismus angekränkelt, welcher den Act
sowie die Stimmung um die Wahrheit und damit auch um die Wirkung bringt.
Eine ganz merkwürdige Erscheinung ist der schon bei Niederösterreich erwähnte
Johann Martin Schmidt, in der Künstlerwelt unter dem Namen „Kremser Schmidt"
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Oberösterreich und Salzburg
- Volume
- 6
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1889
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 17.03 x 24.86 cm
- Pages
- 650
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch