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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
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506 Einige derselben zeigen auf dem Rücken noch den Rnmpf der Säule, die sie ehemals zu tragen hatten. Endlich ist noch der Kreuzgang im Stif te St . Peter hier kurz zu erwähnen. Er ist in seiner heutigen Anlage und Ausdehnung größtentheils ein Werk des XVII. Jahr- hunderts, schließt aber nicht unbeträchtliche Baureste romanischen und spätgothischen Stiles in sich. Der romanische Theil namentlich, mit wechselnder Säulen- und Pfeiler- stelluug, mit kräftigen Kämpfern und mannigfachen, offenbar aus verschiedener Zeit stammenden Capitälen und Basen, bildet heute die anziehendste Partie der im Übrigen ziemlich nüchternen Bogenhallen. Über die im Bereiche der Stadt noch außerdem vorhandenen kleineren Denkmale und Bruchstücke von Gebäuden romanischen Alters und Stiles, wie Grabsteine, Capitäle, Säulenfüße, Reliefs und andere Scnlptureu, müssen wir natürlich hinweggehen. Bei weitem das größte kirchliche Bauwerk, das der Romanismus iu Salzburg geschaffen, ging durch ein beispielloses Verhängniß zu Grunde: der ehemalige Salz- burger Dom. Bischofs Virgil ersten Dom aus dem VIII. Jahrhundert, an gleicher Stelle, wo der heutige steht, hatten seiue Nachfolger im Laufe der weitereu Jahrhunderte zu eiuem imposanten Münster ausgestaltet, einem Baudenkmal ersten Ranges, das nach Allem, was wir davon wissen, in Süddeutschland nicht Seinesgleichen hatte und den berühmten romanischen Domen des Rheinlandes kaum nachstehe« mochte. Die davon erhaltenen Nach- richten und Abbildungen gestatten noch eine völlig deutliche Vorstellung des verschwundenen Bauwerkes. Sie zeigen uns eine» mächtigen Quaderbau romanischen Stiles, eine drei- schiffige Basilika mit Qnerschiff, Apfis nnd Krypta, zwei Thürmen an der Westfront, zwei weiteren an den Stirnseiten des Querschiffes uud eiuer gewaltigen Kuppel über der Vierung. Zierliche Triforiengänge belebten die sämmtlichen Außenwände der Kirche nnd Kuppel. Die Jahrhunderte fügten jedes in seiner Art dem Bauwerke, dem stolzen Mittelpunkte Salzburgs und Wahrzeichen seiner kirchlichen Machtstellung, mancherlei Nenes hinzu, erhöhten fortwährend den Glanz seiner Erscheinung, füllten den Jnnen- raum allmälig mit achtzehn Altären, unzähligen Grab- und Deukmalen, aber sie änderten nichts Wesentliches an seiner Gestalt. Selbst die baulustige Gothik beschränkte sich auf deu Einbau eines fculpturenreicheu Prachtportals, Paradies genannt, und vielleicht noch ein paar kleinere Zuthaten. Der Dom blieb im Großen und Ganzen ein Baudenkmal des Romanismus bis zu seinem Untergange. Diesen bereitete ein Brandunglück — der siebente der Dombräude, vou denen uns die Chronik erzählt — in einer Decembernacht des Jahres 1598 vor, vollendet wurde er aber durch die ungezügelte Baulust uud deu Übermuth des damaligen Landesherrn, Erzbischoss Wolf Dietrich vou Raiteuau. Der Brand hatte im Dome fast nur das
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Oberösterreich und Salzburg
Volume
6
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1889
Language
German
License
PD
Size
17.03 x 24.86 cm
Pages
650
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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