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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
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512 überreifen Baustiles. Von den gothischen „Brüsseler-Spitzen aus Stein" lernte Salzburg nichts kennen. Durch seine Gothik ging vom Anfang bis zum Ende ein naturwüchsiger, rustikaler, im Gegensatze zu dem von Hierarchie und Adel getragenen Romanismus geradezu demokratischer Zug. In dem besprochenen Sinne, freilich auch nur in diesem, darf man das XV. Jahr- hundert als eine Blütezeit der Architektur in Salzburg bezeichnen. Erwägt man noch die rege Bauthätigkeit, die dazumal neben dem kirchlichen auch auf profanem Felde herrschte, wie auch den großen künstlerischen und gewerblichen Bedarf zur stilgerechten Ausstattung und Ausschmückung der vielen Bauten, so wird man jenes glückliche Jahrhundert wohl besser noch eine Blütezeit des gesammten heimischen Kunst- und Gewerbelebens nenne». Die S t a d t S a l z b u r g besitzt unter ihren 34 Kirchen gegenwärtig noch acht gothische, die sich ihren Baustil wenigstens nach einer Seite, nach innen oder außen, ziemlich unversehrt bewahrt haben. Den ersten Platz nimmt die schon einmal genannte Franciscanerkirche U. L. Frau oder genauer die östliche gothische Hälfte derselben sammt dem Thurme ein. Sie ist ein kühner Quaderbau von ansehnlichen, oben bereits angegebenen Dimensionen, aus dem augenscheinlich eine großartige Hallenkirche hätte werden sollen. Wie es der Gothik nicht selten passirte, blieb das Werk auf halbem Wege stecken und ließ von der älteren romanischen Kirche das Langhaus stehen. So entstand ein Ganzes von eigenartiger, fast bizarrer Wirkung, nicht ohne malerischen Reiz. So schwer und düster die eine Hälfte, so hochräumig, leicht und hell ist die andere. Dieser gothische Theil der Kirche zeigt nach anßen kahle ungegliederte Wände, die nur durch ein Kranzgesimse mit Bogenfries belebt und von mächtigen Fenstern mit Maß- werk durchbrochen sind. Bei weitem wirkungsvoller ist der Jnnenranm. Er präsentirt sich als Hallenbau mit weitgezogenem Polygonen Schlüsse (siebenseitig aus dem Zwölfeck) und drei gleich hohen Schiffen, von welchen die beiden Seitenschiffe als sogenannter Chor- umgang das mittlere im Halbkreise einschließen. An diesen reiht sich noch ein Kapellenkranz zwischen den nach einwärts gezogenen Strebepfeilern. Letztere nebst fünf freistehendeil Rundpfeilern von schwindelnder Schlankheit und Höhe tragen das Gewölbe, ein über- künstelt verschlungenes Rippennetz, das in unzähligen Falten und Biegungen sich über deni luftigen Raume schwingt. In Anlage wie Durchführung läßt das Bauwerk eiue gewisse Verwandtschaft mit der Münchener Frauenkirche nicht verkennen, mit der es ja auch die Herkunft aus gleicher Schule gemein hat. Der Neubau der Kirche war ein Werk der Genieinde mit Beisteuer aus allen Kreisen des Volkes. Den Meister des Baues gelang es erst in jüngster Zeit völlig zweifel- los zu ermitteln. Es war ein Altbaier aus der berühmten Landshnter Bauhütte, Hans Stethamer vou Burghausen, in Ober- »nd Niederbaiern viel gesucht und beschäftigt,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Oberösterreich und Salzburg
Volume
6
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1889
Language
German
License
PD
Size
17.03 x 24.86 cm
Pages
650
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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