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lassen; weigert er sich, so wird er von oben bis unten mit „Oageu" (dem beim Brecheln
abfallenden Staub) überschüttet. Im Lessachthal pflegen sie, wenn Jemand des Weges
kommt, ein Wergbüschel mit einem Blumensträußchen auf den Weg zu legen; der es auf-
hebt, hat ein Trinkgeld zu entrichten. Beim Nachhansegehen in später Nacht werden die
Brechlerinueu von den Burschen, die alle möglichen Stimmen erschallen lassen, geschreckt.
In Reisach knallen sie gar mit Peitschen hinter ihnen her, als ob das „wilde Gjad" im
Anzüge wäre.
Beim „Brechlermahl" geht es sehr lebhaft zu; was früher die Schwingen geleistet,
das leisten jetzt die Zungen, derbe Witze werden gerissen, und wehe dem Burschen, der sich
unberufen in die Stube wagt; er wird mit Stichelreden und „Schottkrapfen" derart traktirt,
daß er froh ist, wenn er sich im buchstäblichen Sinn aus dem Staube machen kann.
Im Glanthal reitet zuweilen der „Brechlritter" auf einem von zwei Burschen
gebildeten, aus Leinentüchern zusammengestoppelten Schimmel in die Stube (gewöhnlich
erscheint er in weißen Hemdärmeln, mit einer buntfarbigen Schärpe und einem mit
waidrecht geschlichteten Strohaufputz gezierten Hut). Die Brechlerinueu grüßend ruft er
mit Stentorstimme:
„Thut's weg enkre Stllhl' und Bank',
Der Brechlschimmel kommt zu enk.
Ich reit herein zum Brechlfest,
Grüß die Brechlbrautmutter und ihre Gast !
Über neun Alm reit' ich herein.
Über tiefe Gräben und hohe Zain."
Die Brechelbrantmntter, ein zungenfertiges „Diandl", eutgeguet:
„Thut dir die Brechlbraut nit g'falln,
Was reitest herab von der Alm?"
Und so geht der Wortstreit immer lebhafter fort und je derber die Späße, desto
größer ist die allgemeine Heiterkeit. Der ganze Streit dreht sich um die „Brechelbraut",
ein Körbchen gefüllt mit einem „Reiudliug", mit Krapfen, Äpfeln und Blumensträußchen,
welches die Brechelbrautmutter hinter dem Tische verborgen hält.
„Js die Brechelbrautmutter frisch,
So geht sie über'u Tisch."
Auf diese Aufforderung des Ritters erhebt sich die Maid und besteigt mit dem
Körbchen auf dem Kopfe den Tisch. Der Ritter springt von seinem Gaul, übernimmt das
Körbchen und ruft den Musikanten zu:
„Spielleut sein d' Schwarzenbacher,
ausmach n werd'n sie am Charsreitag nacher."
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Volume 8
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Kärnten und Krain
- Volume
- 8
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.41 x 23.03 cm
- Pages
- 532
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch