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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
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120 lassen; weigert er sich, so wird er von oben bis unten mit „Oageu" (dem beim Brecheln abfallenden Staub) überschüttet. Im Lessachthal pflegen sie, wenn Jemand des Weges kommt, ein Wergbüschel mit einem Blumensträußchen auf den Weg zu legen; der es auf- hebt, hat ein Trinkgeld zu entrichten. Beim Nachhansegehen in später Nacht werden die Brechlerinueu von den Burschen, die alle möglichen Stimmen erschallen lassen, geschreckt. In Reisach knallen sie gar mit Peitschen hinter ihnen her, als ob das „wilde Gjad" im Anzüge wäre. Beim „Brechlermahl" geht es sehr lebhaft zu; was früher die Schwingen geleistet, das leisten jetzt die Zungen, derbe Witze werden gerissen, und wehe dem Burschen, der sich unberufen in die Stube wagt; er wird mit Stichelreden und „Schottkrapfen" derart traktirt, daß er froh ist, wenn er sich im buchstäblichen Sinn aus dem Staube machen kann. Im Glanthal reitet zuweilen der „Brechlritter" auf einem von zwei Burschen gebildeten, aus Leinentüchern zusammengestoppelten Schimmel in die Stube (gewöhnlich erscheint er in weißen Hemdärmeln, mit einer buntfarbigen Schärpe und einem mit waidrecht geschlichteten Strohaufputz gezierten Hut). Die Brechlerinueu grüßend ruft er mit Stentorstimme: „Thut's weg enkre Stllhl' und Bank', Der Brechlschimmel kommt zu enk. Ich reit herein zum Brechlfest, Grüß die Brechlbrautmutter und ihre Gast ! Über neun Alm reit' ich herein. Über tiefe Gräben und hohe Zain." Die Brechelbrantmntter, ein zungenfertiges „Diandl", eutgeguet: „Thut dir die Brechlbraut nit g'falln, Was reitest herab von der Alm?" Und so geht der Wortstreit immer lebhafter fort und je derber die Späße, desto größer ist die allgemeine Heiterkeit. Der ganze Streit dreht sich um die „Brechelbraut", ein Körbchen gefüllt mit einem „Reiudliug", mit Krapfen, Äpfeln und Blumensträußchen, welches die Brechelbrautmutter hinter dem Tische verborgen hält. „Js die Brechelbrautmutter frisch, So geht sie über'u Tisch." Auf diese Aufforderung des Ritters erhebt sich die Maid und besteigt mit dem Körbchen auf dem Kopfe den Tisch. Der Ritter springt von seinem Gaul, übernimmt das Körbchen und ruft den Musikanten zu: „Spielleut sein d' Schwarzenbacher, ausmach n werd'n sie am Charsreitag nacher."
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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