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Kapellen, die Kreuzform herstellend. Die Höhe beträgt 17 Meter. Das Gewölbe ist ein
keck gebauter Rundbogen, so daß der Baumeister, als nach Vollendung der Decke die
Gerüste weggenommen wurden, den Einsturz fürchtete, entfloh uud spurlos verschwand.
Fresken von Deschwaudeu zieren theilweise das Innere. Die Architektur dieser Kirche wäre
wohl eiuer besseren Ausschmückung werth gewesen. Vom Eingange links befindet sich in
einer Seitenkapelle das Gnadenbild mit einer im abschreckendsten Stil ausgeführten
Ausstattung. An der leeren Fa^ade der Außenseite stehen zwei ziemlich hohe Thürme ohne
störenden Eindruck.
Die Heiligeukreuzkirche bei Villach verdankt ihre Entstehung einem Crucifix, welches
um das Jahr 1708 „wunderbarer Weise" aus einer Mauer hervorzutreten begann. Das
Bild stellt Christus am Krenze dar, auf einer 70 (Zentimeter hohen Holzplatte eingebraunt,
nur der Kopf tritt Plastisch ausgearbeitet hervor. Der Bau hatte manche Schwierig-
keiten, da die Opfergelder in unrechte Hände gelangten. Erst im Jahre 1725 gelang
es dem damaligen Commisfär und nachmaligen Landeshauptmann von Körnten Grafen
Wagensperg, wie auch den Burggrafen Grafen Thuu und Coronini, den Bau in Gang
zu bringen. 1726 stand der Bau fertig da, leider ist uns der Architekt nicht bekannt. Erst
1751 wnrde die Kirche eingeweiht. Sie bildet eine Rotunde mit vier halbzirkelförmigeu
Ausweitungen, Oratorien zu beiden Seiten, uud ist 33 Meter lang uud 13 Meter
breit. Ein hübsch gegliederter Stirugiebel steht über dem uach einwärts gebogenen Eingang.
Zu beiden Seiten stehen die in drei Stockwerke getheilten Thürme, über denen hübsch
gebauchte Kuppeln mit schlanken Laternen angebracht sind. Unter dem Chor, an dem ein
großes Ölgemälde, die Käufer- und Verkänferaustreibuug aus dem Tempel darstellend,
iu seiner ganzen Ausdehnung angebracht ist, gelangt man in das Innere der Kirche. Der
Beschauer ist nicht wenig überrascht, hier beinahe ausnahmslos nur krummen Linien im
Grundrisse zu begegnen. Der Chor ist nach rückwärts gebogen, ja selbst die Pfeiler sind
nach einwärts gebogen, nur bei den Oratorien befinden sich die zwei einzigen geraden
Liuieu. Die Seitenkapellen, sowie die Kirche selbst sind kugelförmig gewölbt. Inmitten
der Hanptkuppel steigt eine breite sechseckige Laterne mit sechs Feusteru über einer kleiueu
Galerie empor und ist oben wieder schön gewölbt. Rundherum unter den Gewölben laufen
breite fchöugegliederte Gesimse, die dem Ganzen ein hübsches Aussehen geben. Alle Räume
der Kirche sind mit Freske«, wohl sehr primitiver Art bemalt, ebeufo der plastische Christus
am Hochaltar, sowie die Arbeiten an der Kanzel. Nur ober dem rechten Seitenaltar befindet
sich ein gutes Ölgemälde.
Die Wallfahrtskirche Maria-Hilf bei Möfel auf einem Berge ist ein hübscher
lichter Rnndban mit Kuppel und zwei Thürmen. Die übrigen Kirchen Kärntens aus der
Reuaissaueezeit sind von geringer Bedeutung.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Volume 8
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Kärnten und Krain
- Volume
- 8
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.41 x 23.03 cm
- Pages
- 532
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch