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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 203 -
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203 Kapellen, die Kreuzform herstellend. Die Höhe beträgt 17 Meter. Das Gewölbe ist ein keck gebauter Rundbogen, so daß der Baumeister, als nach Vollendung der Decke die Gerüste weggenommen wurden, den Einsturz fürchtete, entfloh uud spurlos verschwand. Fresken von Deschwaudeu zieren theilweise das Innere. Die Architektur dieser Kirche wäre wohl eiuer besseren Ausschmückung werth gewesen. Vom Eingange links befindet sich in einer Seitenkapelle das Gnadenbild mit einer im abschreckendsten Stil ausgeführten Ausstattung. An der leeren Fa^ade der Außenseite stehen zwei ziemlich hohe Thürme ohne störenden Eindruck. Die Heiligeukreuzkirche bei Villach verdankt ihre Entstehung einem Crucifix, welches um das Jahr 1708 „wunderbarer Weise" aus einer Mauer hervorzutreten begann. Das Bild stellt Christus am Krenze dar, auf einer 70 (Zentimeter hohen Holzplatte eingebraunt, nur der Kopf tritt Plastisch ausgearbeitet hervor. Der Bau hatte manche Schwierig- keiten, da die Opfergelder in unrechte Hände gelangten. Erst im Jahre 1725 gelang es dem damaligen Commisfär und nachmaligen Landeshauptmann von Körnten Grafen Wagensperg, wie auch den Burggrafen Grafen Thuu und Coronini, den Bau in Gang zu bringen. 1726 stand der Bau fertig da, leider ist uns der Architekt nicht bekannt. Erst 1751 wnrde die Kirche eingeweiht. Sie bildet eine Rotunde mit vier halbzirkelförmigeu Ausweitungen, Oratorien zu beiden Seiten, uud ist 33 Meter lang uud 13 Meter breit. Ein hübsch gegliederter Stirugiebel steht über dem uach einwärts gebogenen Eingang. Zu beiden Seiten stehen die in drei Stockwerke getheilten Thürme, über denen hübsch gebauchte Kuppeln mit schlanken Laternen angebracht sind. Unter dem Chor, an dem ein großes Ölgemälde, die Käufer- und Verkänferaustreibuug aus dem Tempel darstellend, iu seiner ganzen Ausdehnung angebracht ist, gelangt man in das Innere der Kirche. Der Beschauer ist nicht wenig überrascht, hier beinahe ausnahmslos nur krummen Linien im Grundrisse zu begegnen. Der Chor ist nach rückwärts gebogen, ja selbst die Pfeiler sind nach einwärts gebogen, nur bei den Oratorien befinden sich die zwei einzigen geraden Liuieu. Die Seitenkapellen, sowie die Kirche selbst sind kugelförmig gewölbt. Inmitten der Hanptkuppel steigt eine breite sechseckige Laterne mit sechs Feusteru über einer kleiueu Galerie empor und ist oben wieder schön gewölbt. Rundherum unter den Gewölben laufen breite fchöugegliederte Gesimse, die dem Ganzen ein hübsches Aussehen geben. Alle Räume der Kirche sind mit Freske«, wohl sehr primitiver Art bemalt, ebeufo der plastische Christus am Hochaltar, sowie die Arbeiten an der Kanzel. Nur ober dem rechten Seitenaltar befindet sich ein gutes Ölgemälde. Die Wallfahrtskirche Maria-Hilf bei Möfel auf einem Berge ist ein hübscher lichter Rnndban mit Kuppel und zwei Thürmen. Die übrigen Kirchen Kärntens aus der Reuaissaueezeit sind von geringer Bedeutung.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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