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einerseits die brauchbaren Brennstoffe Braunkohle uud Torf, anderseits wieder den
Hochgebirgsschotter und das Terrassendilnvium enthält. Dieselben ragen allenthalben hoch
in die Berghänge hinauf und sind Zeugen der weitverzweigten Vergletscherung unseres
prächtigen Alpenlandes während der Eiszeit. Heute sind nur die höchsten Zinnen der
Tauern in der Glockner-, Hochnarr- und Ankogelgrnppe „verkeest". Die Gletscher sind
im Rückzüge begriffen. Der größte und schönste von ihnen ist der Pasterzengletscher
(9 4 Kilometer lang).
Von Plutonischen Bildungen finden sich in Kärnten Granit, Syenit, Serpentin,
Diorit, Eklogit, grauer und rother Porphyrit, Dolerit und Basalt. Den Gebieten dieser
gehören mit wenigen Ausnahmen die bisher bekannteren Mineralquellen des Landes
an: die Kärntner Römerquelle, ein alkalischer Säuerling bei Köttelach, die Carinthia-
Qnelle, ein alkalisch-mnriatischer Säuerling bei Kappel, in dessen Nähe auch der Eisen-
säuerling von Vellach und der Natrousäuerliug von Ebriach liegen. Ein Säuerling dieser
Art findet sich überdies am Ostabhang der Saualpe zu Preblau und werden seine
Prodncte schon lange, wie in neuer Zeit auch jene der Römer- und Carinthia-Quelle,
in größeren Mengen versendet. Mit Bädern sind die Vellacher Quelle, die warme Quelle
bei Villach und die Schwefelquelle bei Lußuitz verbunden.
In dem Schichtencomplexe der früher genannten Felsarten finden sich viele nutzbare
Mineralien, darunter Kupfererze, als Fahlerz in Neu-Finkenstein und Schwabegg,
als Kies am Lamprechtsberg und in Fragant, Quecksilbererze im Buchholzgraben bei
Paternion und in der Kotschna bei Vellach, Mangauerze am Kock bei Uggowitz, endlich
auch Graphit am Klamberg. Die Bergbauten ans diese Mineralien stehen jedoch nur iu
schwachem, häufig unterbrochenen Betrieb. Sie weisen insgesammt kein hohes Alter auf.
Im Quellgebiete der Möll, der Lieser uud der oberen Dran deuten viele offene nnd
verfallene Stollen, Halden uud Ruinen von Grubenhäusern, Poch- und Schmelzwerken
auf den ausgedehnten Goldbergbau hin, welcher vormals die Thäler und Höhen der
hohen Tauern belebte. Der Bergbau bewegte sich da vornehmlich in der Nähe des Kammes
und an den südlichen Abfällen der hohen Tauern mitten in der Gletscherwelt bis über
2.800 Meter Seehöhe und verfolgte die zahlreichen Gänge, welche im nordsüdlichen
Streichen ans dem Salzburgischen nach Kärnten herübersetzen. Von den Tauriskeru
begonnen, von den Römern fortgesetzt, gelangte der Goldbergbau erst im Mittelalter
wieder iu lebhaften Betrieb und gewann im XV. und XVI. Jahrhundert seinen höchsten
Aufschwung. Die infolge der Entdeckung von Amerika eingetretene allmälige Werth-
Veränderung der Edelmetalle, die für tiefere Einbaue im quarzreicheu Gestein unzulängliche
Bergbautechnik und die religiösen Wirren mit ihren Folgeübeln im XVII. Jahrhundert
bewirkten den Verfall der Gruben. Der noch im vorigen Jahrhundert fortgesetzte, zuletzt
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book Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Volume 8"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Volume 8
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Kärnten und Krain
- Volume
- 8
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.41 x 23.03 cm
- Pages
- 532
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch