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im Jahre 1765 vom Ärar übernvmmene Bergbau auf der Gvldzeche wurde vou diesem
1794 verlassen. Nicht besser ging es mit den in den letzten Jahrzehnten angestellten
Versuchen, den Goldbergbau wieder auszunehmen. Die am Seebichel 2.464 Meter über
dem Meere neu erbaute Aufbereitungsstätte wurde in der Nacht vom 3. auf 4. März 1876
durch eine Lawine zerstört. In demselben guten Rnfe und Ertrage wie die Goldgruben
in den Centralalpen stand im XVI. Jahrhundert der Klieuiuger Gold- und Silberbergbau
nächst St. Leouhard am Ostgehänge der Saualpe. Vou sehr hohem Alter sind auch die
Goldseifen im Diluvialschotter von Tragin bei Paternion, deren Abbau in den letzten
Jahrzehnten, indeß mit unr geringem Erfolge, wieder aufgenommen wurde. Es bleibt
der Znkunft anheimgestellt, den Edelmetall-Bergbau in den Centralalpen mit den ver-
vollkommneten Mitteln der Neuzeit wieder zu beleben und den einst so begünstigten
Gegenden des Moll- und oberen Dranthals die Segnungen der Bergbauindustrie
wiederzugeben.
Während sich im Mittelalter die Blüte der Montanindustrie Käruteus in seinem
Goldbergbau darstellte und dieser den Gegenden des lebhaftesten Betriebes eine so große
Bedeutung verlieh, daß das damalige Oberbergmeisteramt für Steiermark und Kärnten in
Ober-Vellach seinen Sitz hatte, gelangte in der Folge die Eisen- und Blei-Industrie
zu einer immer größeren Entwicklung und wirthschaftlichen Wichtigkeit. Die Schätze von
Bleierz siud in dem Triaskalke der Gailthaler Alpen und Karavaukeu iu der Nähe der sie
überlagernden Raibler Schiefer („Hauptschiefer" vom Bergmann genannt) eingeschlossen.
Diese Lagerstätten sind schon frühzeitig aufgesucht und bergmännisch ausgebeutet worden.
Der erzführende Kalkzug, 170 Kilometer lang, ist von Westen gegen Osten durch die
namhaften Gebirgshöhen: Jaukeu, Madschidlalpe, Altenberg, Kovesnock, Bleiberger Erz-
berg, Singerberg, Obir, Petzen und Ursula markirt. Weiter gegen Süden schiebt sich bei
Raibl der durch seine Blei- und Zinkerze berühmte Königsberg ein. Die neuesten Funde
in Frögg und Guriua, sowie geschichtliche Überlieferungen deuten auf ein sehr hohes Alter
des Bleibergbaues, insbesondere jenes auf der Jaukeu und in Bleiberg. Die allem
Anscheine nach schon vor der Römerzeit betriebenen Bleigruben mögen in der Zeit der
Völkerwanderung ganz verödet gewesen sein, bis sie im Mittelalter in wachsende Auf-
nahme gelangten, da viel Blei bei romanischen und gothischen Bauten als Fensterblei, als
Dachdeckmateriale und nach Erfindung des Schießpulvers für die Kriegführung begehrt
und besonders iu Venedig und Genna auch zur Farbenerzeuguug verwendet wurde.
1006 kam Bleiberg unter die Herrschaft des Bisthnms Bamberg und erhielt 1550 die
Bamberger Bergordnung, zu einer Zeit, als Villacher Kaufleute einen lebhaften Bleihandel
nach Venedig, Genua, Deutschland, Ungarn und der Türkei unterhielten. Wenn auch in
der Folge die Gegenreformation manche Bergarbeiter zur Auswanderung veranlaßte, so
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Volume 8
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Kärnten und Krain
- Volume
- 8
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.41 x 23.03 cm
- Pages
- 532
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch