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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 243 -
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243 im Jahre 1765 vom Ärar übernvmmene Bergbau auf der Gvldzeche wurde vou diesem 1794 verlassen. Nicht besser ging es mit den in den letzten Jahrzehnten angestellten Versuchen, den Goldbergbau wieder auszunehmen. Die am Seebichel 2.464 Meter über dem Meere neu erbaute Aufbereitungsstätte wurde in der Nacht vom 3. auf 4. März 1876 durch eine Lawine zerstört. In demselben guten Rnfe und Ertrage wie die Goldgruben in den Centralalpen stand im XVI. Jahrhundert der Klieuiuger Gold- und Silberbergbau nächst St. Leouhard am Ostgehänge der Saualpe. Vou sehr hohem Alter sind auch die Goldseifen im Diluvialschotter von Tragin bei Paternion, deren Abbau in den letzten Jahrzehnten, indeß mit unr geringem Erfolge, wieder aufgenommen wurde. Es bleibt der Znkunft anheimgestellt, den Edelmetall-Bergbau in den Centralalpen mit den ver- vollkommneten Mitteln der Neuzeit wieder zu beleben und den einst so begünstigten Gegenden des Moll- und oberen Dranthals die Segnungen der Bergbauindustrie wiederzugeben. Während sich im Mittelalter die Blüte der Montanindustrie Käruteus in seinem Goldbergbau darstellte und dieser den Gegenden des lebhaftesten Betriebes eine so große Bedeutung verlieh, daß das damalige Oberbergmeisteramt für Steiermark und Kärnten in Ober-Vellach seinen Sitz hatte, gelangte in der Folge die Eisen- und Blei-Industrie zu einer immer größeren Entwicklung und wirthschaftlichen Wichtigkeit. Die Schätze von Bleierz siud in dem Triaskalke der Gailthaler Alpen und Karavaukeu iu der Nähe der sie überlagernden Raibler Schiefer („Hauptschiefer" vom Bergmann genannt) eingeschlossen. Diese Lagerstätten sind schon frühzeitig aufgesucht und bergmännisch ausgebeutet worden. Der erzführende Kalkzug, 170 Kilometer lang, ist von Westen gegen Osten durch die namhaften Gebirgshöhen: Jaukeu, Madschidlalpe, Altenberg, Kovesnock, Bleiberger Erz- berg, Singerberg, Obir, Petzen und Ursula markirt. Weiter gegen Süden schiebt sich bei Raibl der durch seine Blei- und Zinkerze berühmte Königsberg ein. Die neuesten Funde in Frögg und Guriua, sowie geschichtliche Überlieferungen deuten auf ein sehr hohes Alter des Bleibergbaues, insbesondere jenes auf der Jaukeu und in Bleiberg. Die allem Anscheine nach schon vor der Römerzeit betriebenen Bleigruben mögen in der Zeit der Völkerwanderung ganz verödet gewesen sein, bis sie im Mittelalter in wachsende Auf- nahme gelangten, da viel Blei bei romanischen und gothischen Bauten als Fensterblei, als Dachdeckmateriale und nach Erfindung des Schießpulvers für die Kriegführung begehrt und besonders iu Venedig und Genna auch zur Farbenerzeuguug verwendet wurde. 1006 kam Bleiberg unter die Herrschaft des Bisthnms Bamberg und erhielt 1550 die Bamberger Bergordnung, zu einer Zeit, als Villacher Kaufleute einen lebhaften Bleihandel nach Venedig, Genua, Deutschland, Ungarn und der Türkei unterhielten. Wenn auch in der Folge die Gegenreformation manche Bergarbeiter zur Auswanderung veranlaßte, so ie»
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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