Page - 253 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Volume 8
Image of the Page - 253 -
Text of the Page - 253 -
253
fabrik, welche Fichtenlohe zu Extract verarbeitet und größtenteils zur Ausfuhr bringt.
— Die Verfertigung von Holzschuhen, Wagenbestandtheilen, Schlitten, Holzgeräthen
und ordinären Korbgeflechten für den häuslichen und landwirtschaftlichen Bedarf ist
Gegenstand der an mehreren Orten betriebenen Hansindustrie. Davou verdienen ganz
besondere Beachtnng die in der Gegend von St. Margarethen im Rosenthal erzeugten
Binderwaaren und Kiichengeräthe und die bei Ferlach betriebene Schastholzerzeuguug.
Von den übrigen Gewerben des Landes gelangte das der Möbeltischler und Töpfer
zu uennenswerther Entwicklung. Auch die Lederindustrie (Klagenfurt, Villach, Wolfs-
berg), besonders die Lederwaarenfabrik in Klagenfurt erfreuen sich eines guten Rufes.
Was die Textilindustrie betrifft, so gehört zu den ältesten Unteruehmuugen dieser
Art die seit einem Jahrhundert von der nämlichen Familie betriebene Feintuch- und
Lodensabrieation in Klagenfurt und Viktring. Es hat sich dieselbe durch die Lieferung
von feinen Armeetüchern in den verschiedensten nnd lebhaftesten Farben und durch ihre
vorzüglichen Loden vortheilhaft bekannt gemacht. Im letzten Jahrzent wurde an Stelle
eines Hammerwerkes eine Flachsspinnerei in Feldkirchen errichtet. Die Hausindustrie
besonders im Möllthal, Lieserthal, im oberen Dranthal und Lavantthal liefert guten
Loden und allenthalben im Lande Haus- und Tischleinwand.
Der Erzeugung vou Nahruugs- und Genußmitteln dienen die zahlreichen (982)
gewöhnlichen Mühlwerke und 10 Kunstmühlen, die älteste davon zu Margeregg an
der Glau, die größte zu Spital an der Lieser. Von 80 Brauereien des Landes wurden
in dem letzten Jahre 149.188 Hektoliter Kesselbier gebraut. Davon entfielen 64 Procent
ans die drei größten zu Wincklern bei Klagenfurt, Silberegg und Sorgendorf. — Von den
im slovcuischen Theile des Bezirkes Klagenfurt noch bestehenden 11 Steinbierbrauereien
wnrden 2.281 Hektoliter Steinbier erzeugt. Diese Biererzeugung gehört, sowie die Mo st-
und Branntweinerzeugung aus Obst der landwirthschaftlichen Hausindustrie an.
Ihre Entstehung reicht weit zurück. Das Bier wird aus Hafer, Weizen, auch aus Gerste,
unter Zusatz von Hopfen in Bottichen mit glühenden Steinen gesotten, wozu der in diesen
Gegenden vorkommende graue Porphyr verwendet wird. Die Kühlung und die erste
Gährnng erfolgen in flachen Bottichen, worauf das sechs- bis nenngradige Bier in Fässer
gefüllt und schon am dritten Tage getrunken wird, da es rasch verbraucht werden muß.
Die Spirituserzeuguug ist besouders durch die damit verbundene Preßhefefabrication
für 7 Unternehmungen von Bedeutung (148.000 Kilogramm).
Endlich uoch einen Blick auf die Verkehrsanstalten Kärntens. Zur Zeit, als
Wien und Trieft noch nicht eine Eisenbahn verband, war Körnten ein ungemein wichtiges
Mittelglied für den Waarenverkehr der nördlichen Länder mit Italien und Trieft. Mit
der Aulage der Süd bahn änderte sich diese Sachlage. Das Land mußte sich zufrieden
back to the
book Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Volume 8"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Volume 8
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Kärnten und Krain
- Volume
- 8
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.41 x 23.03 cm
- Pages
- 532
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch