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gekannte Therme von 36 Grad Celsius, nach jenem von der Gnrk und Save gebildeten
reizenden Thalwinkel, dem gegenüber jenseits der Save auf steirischem Boden sich das
freundliche Rann erhebt.
Die vierte, beziehungsweise fünfte Partie von Unterkrain bildet die am rechten Ufer
der Gnrk im Nordosten des Landes sich erhebende, aus eiuer kaum uoch 130 Meter hohen
Ebene emporsteigende, mit der Rückenhöhe von 630 bis 790 Meter einen prächtigen
Anblick gewährende dichtbewaldete Kette der Uskokenberge, südwärts denen sich mit
rascher Abdachung von 380 auf 150 Meter bis an den Kulpaflnß als natürliche Grenze
gegen Kroatien der Mött l inger und Ceruembler Boden erstreckt, der mit seiner
Kreideformation schon streckenweise den rauhen Charakter des Karstes trägt. Im nord-
östlichsten Gebiete der Uskokeuberge fällt unterhalb des Dorfes Mnnkendors der Gurkfluß
iu die Save, deren weiterem Laufe gegen Kroatien folgend man auf dem rechten Ufer
knapp an der kroatischen Grenze das schöne Schloß Mokritz erschauen kaun. Das Gebiet
der Uskokeuberge iu südwestlicher Richtung durchquerend führt der ideale Weg an dem
Nordwestabhang des 1.181 Meter hohen Gorianc und an den weiter gegen Südosten
gelegenen Vorbergen in das Eldorado der nnterkrainischen Weincultur, in die Semicer
Weinberge und weiter in den Möttlinger und Cernembler Boden, in das Territorium
der uach dem vorwiegenden Weiß ihrer Gewandung so benannten „weißen Krainer",
welche die altkraiuische Art uud Sitte und die ursprünglichen Nationaltrachten dieses
Landestheils uoch möglichst rein und unverfälscht erhalten haben. Wie es uns hente
entgegenblickt das heitere Bild von Stadt und Schloß Mött l ing aus der von trefflichsten
Wein liefernden Höhen rings umgebenen möglichst enltivirten Fläche, in der die Sommer-
frncht üppig gedeiht, würde man wohl kaum mehr ahnen, welche furchtbare Kriegsscenen
sich hier vor drei Jahrhunderten abgespielt haben.
Der Krümmung, welche südöstlich von der Stadt Cernembl die Knlpa oberhalb
Adleschitz bildet, schmiegt sich das Schloß Fre i thnrn an, die Stätte, aus welcher der
berühmte kraiuische Held uud Staatsmann Herbard VIII. Freiherr von Anersperg zum
letzten verzweifelten Kampfe mit dem „Erbfeind der Christenheit", dem Türken, auszog
und in dessen wohlummauerten Burghof uur mehr sein geköpfter Leichnam zurückgebracht
werden konnte. Von Cernembl südwärts gegen die Knlpa liegt das Dorf Bojanze, dessen
Bewohner durch besonders schmucke Tracht sich auszeichnen, gleich denen des noch weiter
südwärts knapp an der Knlpa auf steiniger Höhe liegenden Weiniz, in welcher Gegend
es Weinberge gibt, ans denen man, wie schon der Chronist des XVII. Jahrhunderts
versichert, „gar köstlichen Wein erlangt"! Die südöstlich von Laibach am Ostrande des
Laibacher Moores in der Richtung gegen Gottschee laufende Landstraße führt in jenen
Theil vou Unterkrain, welcher dein nördlichsten Karstzuge augehört, aber sich bei weitem
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Volume 8
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Kärnten und Krain
- Volume
- 8
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.41 x 23.03 cm
- Pages
- 532
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch