Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Volume 10
Page - 371 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 371 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Volume 10

Image of the Page - 371 -

Image of the Page - 371 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Volume 10

Text of the Page - 371 -

371 und Trebbiaiw verde (bei Perugia) bekannt sind. Der Trebbianer, dessen berühmteste Art im XVII. Jahrhundert im Gebiete vou Pisiuo vorkam, wird noch gegenwärtig in mäßigen Mengen auf deu Hochebenen und den Hügeln mit Kalkboden geerutet, wo er inmitten der frei sich rankenden Reben sehr kräftig gedeiht. — Eine andere Gattung, welche gleichfalls sehr alt ist und im XIII. bis XV. Jahrhundert der typische Wein Jstriens war, der als Zoll der Gemeinden den Patriarchen von Aqnileja, beziehungsweise der Stadt Venedig geliefert wnrde, ist die weiße Ribolla; sie wird jetzt in einiger Aus- dehnung nur auf dem Gebiete von Jsola gebaut. Der Terra uo oder Resosco, gegen- wärtig der typische Rothwein, welcher in großen Mengen nach Trieft verkauft wird, wird schon im XV. Jahrhundert als edler Wein erwähnt. Gleichfalls in sehr früher Zeit werden die gelben Mnscateller Jstriens genannt; einen derselben, den von Castel Rosaccio (Rvsariol) bei Capodistria, nennt Andrea Bacci, Leibarzt des Papstes Sixtns V., als einen Wein, der damals am kaiserlichen Hofe sehr gepriesen und iu Deutschland und Böhmen gesucht war. Diese alten Mnscateller von Capodistria leben heute noch in den berühmten Vini liqnori jener Küste fort, und zwar unter dem in Norditalien wohl bekannten Namen Monte Moro, Arzioli, San Tomä und Sau Petrouio, lauter Ortschaften in der Nähe von Capodistria. Fast jede Spur ist verloren gegangen vom Groppello, von der Calcionesa und vielen anderen Varietäten, welche Monsignor Tommasini, Bischof von Cittanova, in seinen um die Mitte des XVII. Jahrhunderts geschriebenen „Commentaren über Jstrien" erwähnt. Ebenso erging es auch zahlreichen anderen Sorten. Von den in der Neuzeit eingeführten ausländischen Rebenarten ist vor Allem der Caberuet von Medoc zu nennen, der hier mit den Eigenschaften des Bordeauxweins die Vorzüge großer Ausdauer und reichen Ertrages verbindet. Vortreffliche Weine lieferten überdies die Pinots aus Burguud, die Syrah der Ermitage, die Tramiuer vom Rhein, die Semil lou der Gironde, welche allgemein Verbreitung gefunden haben. Aber fchon zwiugt die Phylloxera zu neuen Reformen uud der Dorks - Madeira , der Rupestris, der Solonis, der Riparia und andere amerikanische Reben, welche dem verderblichen Jusect Widerstand leisten, nehmen, da sie zum Pfropfen benützt werden, schon jetzt eine wichtige Stellung im Weinbau Jstriens ein. Um das Jahr 1840 erzeugte Jstrien ungefähr 150.000 Hektoliter Wein. Die Produktion sank dann in den Jahren, da das Oidium wüthete, auf 70.000 Hektoliter herab, um sich aber, als die Anwendung des Schwefels allgemeiner geworden war, auf mehr als das Doppelte zu erheben. Dank den im letzten Jahrzehnt neu angelegten aus- gedehnten Weingärten wird die Prodnetion bald eine halbe Million Hektoliter erreichen, vorausgesetzt, daß die Phylloxera nicht weitere Verwüstungen anrichtet. S4-
back to the  book Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Volume 10"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Volume 10
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Das Küstenland
Volume
10
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1891
Language
German
License
PD
Size
15.63 x 22.44 cm
Pages
390
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild