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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Volume 12
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Page - 278 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Volume 12

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278 Baröt i -Szabö und Räjnis waren Jesuiten, Revai Piarist; der Erste ein Szekler, der Dritte im Alföld geboren, Räjnis aber ein Kind deutscher Eltern und dennoch ein nicht weniger feuriger Ungar als seine Genossen. Vor die Öffentlichkeit trat zuerst Baröti-Szabö im Jahre 1773 mit seinem „Liederkranz" (Vei-5kos?c>ru), der noch zwei vermehrte und verbesserte Auflagen erlebte. Bald darauf erschienen Revai's „gemischte Gedichte" (Liesst versek) und als Letzter trat Räjnis mit seinem „Wegweiser" (Lalaux) auf, obgleich aller Wahrscheinlichkeit nach er es war, der von den Dreien zuerst ungarische Disticha schrieb. Alle drei fügten ihren Gedichten prosodische Erläuterungen bei, Räjnis insbesondere faßte die Grundsätze des magyarischen Versmaßes in ein förmliches System. Er war zu jener Zeit der Hauptvertreter der literarischen Kritik, der zuerst die Bahn zur freien Forschung öffnete und das Beispiel gab, wie man die Fehler geißeln könne und müsse. Baröti-Szabö schrieb die meisten Verse, größtentheils Hexameter. Er versuchte uach diesem Schema sogar Dramen zn schreiben. Die fremde Form verleitete ihn zn mancherlei Wagnissen und führte ins Extrem, doch hat er mehr Verdienste als seine Genossen um die Schaffung der dichterischen Sprache. Auch Berzseuyi und Vörösmarty haben viel von ihm gelernt. Sein Ausdruck ist oft schwungvoll, lebhaft und farbig. In seinen Episteln und lyrischen Gedichten pnlsirt ein gesunder uud voll dahinfließender Rhythmus. Besser als seine Genoffen verstand er die dialectischen Eigenschaften der Sprache und war bestrebt, sie mit der literarischen Sprache zu verschmelzen. Fleißig sammelte er die volksthümlichen Phrasen und schrieb ein Wörterbuch. Schließlich war er ein Bahnbrecher der eben entstehenden literarischen Gesellschaften und gründete mit Kazinczy und Bacsänyi (1788) das „Ungarische Museum" HIü?eum). Revai war unter den Pflegern der classischen Richtung der vielseitigste Schriftsteller und Agitator. Er verstand sich gut auf Zeichnen, Malen und Mathematik. Er schrieb Gedichte, übersetzte die classischen Schriftsteller, verfaßte Abhandlungen über'die Profodie, erörterte grammatische und sprachgeschichtliche Fragen, deren hohe Wichtigkeit bis dahin Niemand geahnt hatte. Seine großen Werke: ^nticzuitates ^iteralurae Hun^aricae und Lladoratior Lrammatiea HunZariea sind epochemachende Erscheinungen in der Geschichte der ungarischen Wissenschaft. Ein so systematisches Werk in dieser Art hatte noch kein Ungar geschrieben und seinen Resultaten wird mit Recht ein bleibender Werth zuerkannt. Der ungarische Jntellect forderte durch Revai zum ersten Male seinen Platz in den wissenschaftlichen Bestrebungen des gegenwärtigen Jahrhunderts. Er stellte die wichtigsten Grundsätze der Sprachforschung auf: Untersuchung der Geschichte der Sprache und Studium der verwandten Sprachen. Um dem Schwanken der literarischen Sprachformen ein Ende zu machen, berief er sich hauptsächlich auf die altungarischen Sprachdenkmäler, und um den Ursprung der Wörter zu ermitteln, drang er auf die Vergleichuug mit den
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Volume 12
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (3)
Volume
12
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1893
Language
German
License
PD
Size
15.49 x 21.91 cm
Pages
626
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild