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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Volume 13
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Page - 544 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Volume 13

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544 „Vesen" genannt), welcher mit Ausnahme der hohen Berglagen überall als Brotfrucht gebaut wird. Eigentlicher Weizen dagegen wird ziemlich wenig angebaut uud dabei die grannenlose Varietät bevorzugt, welche mehr, sowie schöneres Mehl liefern soll. Roggen wird in noch geringerem Maße gesäet als Weizen und auch der Gerste- sowie der Haferanbau ist nicht von Bedeutung, so daß bei der starken Pferdehaltung iu den Jndnstriegegenden der größte Theil des Bedarfes an Hafer im Wege der Einfuhr beschafft werden muß. Unter den Knollen- und Wurzelgewächsen sind es die Kartoffeln, welche im größten Maßstabe cnltivirt werden. Sie dienen einem großen Theile der Bewohner als Hauptnahrung, werden aber häufig auch als Viehfutter verwendet. Von den feldmäßig gebauten Rüben kommen für die menschliche Ernährung fast nur Stoppelrüben in Betracht, deren Blattschopf nebst dem Rübenkopf dem Vieh verabreicht wird. Der Hanf- und Flachsbau beschränkt sich auf den Haus- und Wirthschaftsbedarf. Der Gemüseban steht mit seltenen Ausnahmen noch sehr weit zurück, die Blumenzucht dagegen hat in erfreulicher Weise zugenommen. Auf dem Gebiete der Obst- und Weincultur ist infoferne Günstiges zu berichten, als Obstbäume beinahe überall, selbst in den Berggegenden in Menge vorhanden sind. Allein vorzugsweise bemerkt man nur gewöhnliche Sorten, sogenanntes Mostobst, dessen Ertrag allerdings in der Regel ein reichlicher und sicherer ist, gleichwie er sich auch für die vorherrschende Verwendung zur Most- und Branntwein- bereitung besser eignet. In obstreichen Jahren wird auch Dörrobst aller Art erzeugt und zum Verkauf gebracht. Mit Weinbau beschäftigen sich nur die Gemeinden des Rheinthals und Bodenseegebietes und findet das leichte und gesunde, jedoch etwas herbe Produet größtentheils bereits im Stadium der Gährung als Most — „Suser" — Absatz und Consum. Wie schon bemerkt, bildet die Futtererzeugung, beziehungsweise die thierische Produktion den wichtigsten Zweig der Landwirthschaft und steht hierbei die Wiesencultur im Vordergrund. Man unterscheidet Futter- und Streuwiesen. Erstere sind ein- oder zweimähdige, ferner süße, halbsüße oder saure Wiesen. Saures Grasheu, das nur für Pferde taugt, tragen die ausgedehnten Wiesflächen der Rheinthal- und Bodensee-Ebene, während die übrigen Theile des Landes mit seltenen Ausnahmen süßes oder sogenanntes Kuhheu liefern. Die Grasländereien der Thalniederungen sind es auch, welche zum nicht geringen Theile blos als Streuwiesen dienen. Bei dem fühlbaren Mangel an Getreide- oder „weißem" Stroh, welches beinahe gänzlich verfüttert werden muß, siud gute Streuwiesen, die viel und schönes „Schwarzstroh" producireu, sehr geschätzt, am meisten solche, welche auch eine Torfausbeute gewähren. Torflager größerer Mächtigkeit gibt es nur wenige in Vorarlberg. Dagegen sind in der Rheinthal- und Bodensee-Ebene, wie nicht minder in der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Volume 13
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Tirol und Vorarlberg
Volume
13
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1893
Language
German
License
PD
Size
16.12 x 23.1 cm
Pages
624
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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