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marmorirte Zeichnung der Körperoberfläche, während diese bei den Forellen der nördlichen
Gewässer bei bald weißlicher, bald goldgelber, auch schwärzlicher Grundfarbe seitlich mehr
oder minder hellrothe oder auch kupferrothe, gegen den Rücken zu schwarze Flecken zeigt.
In letzter Zeit sind Fischzuchtanstalten, Fischereivereine und Private mehrfach
bemüht, die seit Jahren durch schlechten Betrieb geschädigte Fischerei emporzubringen, wobei
sich die Fischzuchtanstalt in Torbole am Gardasee und eine Fischereigesellschaft in Lienz im
Pusterthal ganz besondere Verdienste erworben haben. Außer den gewerbsmäßigen
Fischern am Bodeusee, Achensee und Gardasee Pflegen zahlreiche Liebhaber mit künstlichen
Fliegen und anderem Angelgeräth der Fischerei an den schönen Gebirgswässern zu huldigen,
und der Ruf wohlgefüllter Fischbehälter führt gar manchen nach köstlichen Forellen oder
Saiblingen begehrlichen Gast dem ländlichen Gastwirth zu. Seit einigen Jahren werden
die vielseitigen Bemühungen zur Hebung der Fischzucht durch ein Fischereigesetz unterstützt.
Bergbau und Hüttenwesen, Gewerbe, Industrie und Handel in Tirol und
Vorarlberg.
Bergbau und Hüttenwesen. Der Boden von Tirol scheidet sich geologisch in
drei Längsstreifen, die von Osten nach Westen ziehen. Der mittlere gehört der Primär-
formation an. Im Norden sowie im Süden von den Centralalpen sind die Gebirge
größtentheils von mesozoischen Gesteinen gebildet. Einzelne Aufbrüche der Primärformation
findet man auch in den Südalpen, so das Valsngana-Thal und das Adamellogebiet.
Auch sind im Süden die Sedimentgesteine vom Porphyr durchbrochen, der bei Bozen
das größte Porphyrgebiet Europas bildet. Ebenso fanden „Melaphyr"-Ernptionen statt.
In den nördlichen Kalkalpen sind die Gesteinsdurchbrüche äußerst spärlich. Es gehört dazu
der „Augitporphyr" von Ehrwald. Ebenso wie mit den Eruptivgesteinen geht es auch
mit jenen Ablagerungen, welche jünger sind als die Trias und der Jura. Die Kreide
und die tertiären Schichten sind in Südtirol bedeutend stärker entwickelt als in Nordtirol.
Während die jurassischen Schichten im Norden wie im Süden ein gesuchtes Bau-
material liefern — ich hebe nur den Trienter und Hagauer Marmor hervor —, zeigt
das Tertiär Südtirols geringe Nutzbarkeit. Nordtirol dagegen birgt in seinem Tertiär
zwei große Schätze: die Kohle von Häring, die ganz einer Steinkohle gleicht und das
einzige Kohlenbergwerk von Tirol und Vorarlberg darstellt, denn das Kohlenbergwerk von
Bregenz wurde Ende März 1887 eingestellt. Von welcher Bedeutung dieser Kohlenbergbau
für Tirol ist, begreift man leicht, wenn man erwägt, daß bei einem Waggon Kohle von
Schlesien die Fracht /^z des ganzen Preises ausmacht. Im nächsten Umkreis vom Häringer
Kohlenbergwerk liegt der andere Schatz im Tertiär begraben — der Portland-Cement.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Tirol und Vorarlberg, Volume 13
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Tirol und Vorarlberg
- Volume
- 13
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1893
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.12 x 23.1 cm
- Pages
- 624
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch