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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 585 -
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585 marmorirte Zeichnung der Körperoberfläche, während diese bei den Forellen der nördlichen Gewässer bei bald weißlicher, bald goldgelber, auch schwärzlicher Grundfarbe seitlich mehr oder minder hellrothe oder auch kupferrothe, gegen den Rücken zu schwarze Flecken zeigt. In letzter Zeit sind Fischzuchtanstalten, Fischereivereine und Private mehrfach bemüht, die seit Jahren durch schlechten Betrieb geschädigte Fischerei emporzubringen, wobei sich die Fischzuchtanstalt in Torbole am Gardasee und eine Fischereigesellschaft in Lienz im Pusterthal ganz besondere Verdienste erworben haben. Außer den gewerbsmäßigen Fischern am Bodeusee, Achensee und Gardasee Pflegen zahlreiche Liebhaber mit künstlichen Fliegen und anderem Angelgeräth der Fischerei an den schönen Gebirgswässern zu huldigen, und der Ruf wohlgefüllter Fischbehälter führt gar manchen nach köstlichen Forellen oder Saiblingen begehrlichen Gast dem ländlichen Gastwirth zu. Seit einigen Jahren werden die vielseitigen Bemühungen zur Hebung der Fischzucht durch ein Fischereigesetz unterstützt. Bergbau und Hüttenwesen, Gewerbe, Industrie und Handel in Tirol und Vorarlberg. Bergbau und Hüttenwesen. Der Boden von Tirol scheidet sich geologisch in drei Längsstreifen, die von Osten nach Westen ziehen. Der mittlere gehört der Primär- formation an. Im Norden sowie im Süden von den Centralalpen sind die Gebirge größtentheils von mesozoischen Gesteinen gebildet. Einzelne Aufbrüche der Primärformation findet man auch in den Südalpen, so das Valsngana-Thal und das Adamellogebiet. Auch sind im Süden die Sedimentgesteine vom Porphyr durchbrochen, der bei Bozen das größte Porphyrgebiet Europas bildet. Ebenso fanden „Melaphyr"-Ernptionen statt. In den nördlichen Kalkalpen sind die Gesteinsdurchbrüche äußerst spärlich. Es gehört dazu der „Augitporphyr" von Ehrwald. Ebenso wie mit den Eruptivgesteinen geht es auch mit jenen Ablagerungen, welche jünger sind als die Trias und der Jura. Die Kreide und die tertiären Schichten sind in Südtirol bedeutend stärker entwickelt als in Nordtirol. Während die jurassischen Schichten im Norden wie im Süden ein gesuchtes Bau- material liefern — ich hebe nur den Trienter und Hagauer Marmor hervor —, zeigt das Tertiär Südtirols geringe Nutzbarkeit. Nordtirol dagegen birgt in seinem Tertiär zwei große Schätze: die Kohle von Häring, die ganz einer Steinkohle gleicht und das einzige Kohlenbergwerk von Tirol und Vorarlberg darstellt, denn das Kohlenbergwerk von Bregenz wurde Ende März 1887 eingestellt. Von welcher Bedeutung dieser Kohlenbergbau für Tirol ist, begreift man leicht, wenn man erwägt, daß bei einem Waggon Kohle von Schlesien die Fracht /^z des ganzen Preises ausmacht. Im nächsten Umkreis vom Häringer Kohlenbergwerk liegt der andere Schatz im Tertiär begraben — der Portland-Cement.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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