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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
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442 Auch soll man drei Kätzchen schlucken als ein Mittel gegen Schlangenbiß, Halsschmerzen und Fieber. Nun ist der Frühling im Anzug, und die Jugend beginnt ihre Frühlingsspiele unter freiem Himmel. Die Vorboten des Frühlings werden fleißig beobachtet, die erste Schwalbe wird freudig begrüßt, der erste Kukuksruf aufmerksam gezählt, um zu erfahren, in wie viel Jahren das Mädchen heiraten oder wie viele Jahre man noch leben wird. Wenn man im Frühjahr das erstemal donnern hört, soll man etwas Schweres heben oder sich auf dem Rücken herumwälzen, dann wird man stark sein und keine Kreuzschmerzen haben. Nach dem ersten Donnern im Frühjahr verliert das Veilchen seinen Duft. Wenn der Knecht im Frühjahr zum erstenmal auf das Feld ackern fährt, wird er von der Magd mit Wasser begossen, damit er stets frisch und munter sei; dasselbe widerfährt der Magd vom Knecht, wenn sie das erstemal auf Gras ausgeht. Zu Ostern (svatky velikonveni) haben sich noch viele volkstümliche Bräuche erhalten, welche sich zwar an die kirchlichen Ceremonien anschließen, deren ursprüngliche Bedeutung jedoch noch immer ziemlich deutlich hervorleuchtet. Am Gründonnerstag (?elen^ etvi-tek) werden Honigkuchen, sogenannte jickäZe gegessen (auch dem Vieh gibt man ein Stück Brot mit Honig), Petersilie, Erbsen und Kohl gesäet und die Flöhe aus der Wohnung mit geweihtem Pimpernußzweige hinaus- getrieben. Am Charfreitag pätek) gehen die Leute vor Sonnenaufgang hinaus und waschen sich in Bächen und Flüssen, knieen dann in den Obstgärten und Feldern mit entblößten Knieen auf bethautem Rasen und sagen Gebete gegen das Fieber her; auch die Pferde und Kühe werden vor Sonnenaufgang mit Wasser aus drei Quellen gewaschen, damit sie vor Ungeziefer und Krankheiten geschützt bleiben. An diesem Tage öffnen sich die unterirdische» Schätze, während die Passionsgeschichte gelesen wird. (Vergleiche Erbens Gedicht „Der Schatz".) — In der Nacht vom Charfreitag auf den Charfamstag laufen die Leute in den Obstgärten in bloßem Hemde herum und rufen: „Bindet euch, Bäume; wenn ihr euch nicht bindet, so werden wir euch umhauen", wobei man die Bäume mit einem Strohbande umwickelt, damit der Wind die Blüte nicht herunterschlage und damit das Obst gedeihe. Am Charsamstag (bilü sobota) wird der „Judas verbrannt" und die Kohlen werden hinter das Dach und ins Feld gesteckt, um Feuersbrunst und Ungewitter abzuwenden. Wenn am Charsamstag die Glocken wieder ertönen, soll man die Bäume schütteln, damit sie viel Obst tragen. Am Ostersonntag (boöi lioä velkonoeni) läßt man in der Kirche das Osterlamm, Osterlaibe, Eier und Wein weihen. Zu Hause wird das Geweihte in Stücke geschnitten und jeder von den Hausgenossen bekommt ein Stückchen. Echt slavischen Ursprungs ist die noch allerorts in Böhmen übliche x>c>mla?ka (Sckimackostern). (binvvacks. dMvvaeka, ZniiFrust, Kmeikusl.) heißt eigentlich
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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