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Arrabona (Raab), Ad Statuas (Gönyö), Ad Mutenum (Äcs), Bregetio, Azao (Almäs),
Crumerum (Nyerges-Ujfalu), Solva (Gran), Ad Herculem (Pilis-Maröth), Carpis oder
Cirpi Mansio (gegenüber von Tahi), Ulcisia (Szent-Endre), Aqnincnm, Campona
(Teteuy), Matriea (Ercsi), Vetus Salina (Adony), Jntercisa (Duna Pentele), Annamatia
(Földvar), Lussunium (Paks), Alta Ripa (Tolna), Alisca (Szegszärd), Lupio (Bätaßek),
Altinnm (Mohacs), Antiana (Baranyavär), Anreo Monte (Monostor), Mnrsa.
Andererseits waren Carnnntnm, Bregetio, Aquincum, Mnrsa und mehrere der
zwischen ihnen befindlichen Forts durch wohlgeschützte Straßen mit Sabaria verbunden,
das als Knotenpunkt des Rückzugs von der Donaulinie ein Platz von großer strategischer
und commercieller Wichtigkeit war. Unter Anderem führten von der Dranmündnng zwei
Straßen nach Sabaria. Sie gingen von Altinnm aus und trennten sich bei der Station
Sopianä (Fünfkirchen), um den Plattensee an seinem südwestlichen, beziehungsweise
südöstlichen Ende zu umgehen. Die erstere hatte eine Station Mogentiana (Fenek bei
Keßthely), die andere berührte, in drei Richtungen verzweigt, die Stationen Fortiana
(Simontornya), Herculia (Stuhlweißenburg), Trieeiaua (Siofok) und Cimbriana
(Veßprem).
Diese Liste zeigt, daß die jetzigen Städte jenseits der Donau fast ausnahmslos im
römischen Vertheidigungssystem ihre Rolle spielten und großentheils schon vor der römischen
Eroberung, zur Keltenzeit bewohnte Orte waren. In Verbindung mit den Militärstationen
entstanden größere und kleinere Civileolonien, die Überbleibsel der alten Bevölkerung
verschmolzen nach und nach mit den Römern und beide zusammen legten den Grund zur
neuen Cultur dieser Gegend.
Die Spuren der großen Verheerungen durch Kriege und Aufstände verschwanden
allgemach während der fünfzig Friedensjahre nach der Unterwerfung Daciens. Die
pannonifchen Legionen setzten sich durch militärische Disciplin, noch mehr aber durch ihre
das Reich sichernden Kriegsthaten in großes Ansehen und rissen im Bewußtsein ihres
Vorranges seit dem Ende des II. Jahrhunderts mehr als einmal die Entscheidung bei
der Kaiserwahl an sich. Gleichzeitig nahm, insbesondere von der Politik des Septimius
Severus begünstigt, das Civilleben und damit verbunden die Cultur einen starken Auf-
schwung. Die Romamsirung jenseits der Donau erreichte im III. Jahrhundert die höchste
Stufe ihrer Blüte.
Wie anderwärts, so war auch in dieser Gegend das Heimischwerden der römischen
Macht und Bildung in erster Reihe durch Werke der Baukunst bezeichnet. Die Lagerplätze
und Forts waren durch starke Gürtel von Steinmauern geschützt, dazu kamen noch die
meisterhaft angelegten Straßen, Bogenbrücken und Wasserleitungen, sowie andere der
Religion und der Bequemlichkeit des Lebens gewidmete Bauten.
Ungarn IV. 7
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Volume 16
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Ungarn (4)
- Volume
- 16
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1896
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.18 x 21.71 cm
- Pages
- 616
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch