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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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105 Laufe des III., ja in der Donaugegend erst des IV. Jahrhunderts znr Entwicklung. Ihr zufolge war die Provinz in zwei Erzbisthümer getheilt: das von Sirmium in Unter- Pannonien und das von Lauriacum in Ober-Pauuonien. Die transdanubischeu Bisthümer oder vielmehr Kirchengemeinden: die von Sabaria, Scarabantia, Bregeüo, Sopianä, Cnrta, Carpis, Aquincum gehörten unter die Juris- diktion des letzteren Erzbisthnms. Im Jahre 303 wurde Quiriuus, Bischof von Siscia, durch seine Verfolger nach Sabaria geschleppt und hier ertränkt. Die Christen errichteten unweit des Schauplatzes seines Mürtyrertodes eine Kapelle, begruben jedoch den Märtyrer in der Basilika am Scarabantischeu Thore. Etwa 50 Jahre später flüchtete sich der heilige Martinns, später Bischof von Tours, vor den Arianern aus seiner Geburtsstadt Sabaria. Demnach bestand in Sabaria, der durch Claudius gegründeten ältesten römischen Colonie dieser Gegend, schon im IV. Jahr- hundert eine große christliche Gemeinde, die sich eine Kirche baute und sogar Schauplatz religiöser Zwistigkeiten wurde. In der Gegend von Steinamanger kommen auch verhältnißmäßig am zahlreichste» die im Übrigen jenseits der Donau seltenen Denkmäler des Christenthums vor: Stein- särge und Grabsteine, die außer der Inschrift noch das Monogramm Christi ausweisen, dann Thonlampen mit christlichen Symbolen, darunter der Figur des Fisches Eiuer eigenthümlichen Laune des Zufalls verdankt das Gebiet jenseits der Donan zwei urchristliche Denkmäler von außerordentlichem Interesse. Das eine ist die Grab- kammer zu Fünfkirchen, die dem Bereiche der Baukunst und Malerei angehört; das andere eine geschuitzte gläserne Schale (vas äiatrewm), die in einem Steinsarge zu Szegzärd gefunden wurde. In der Nähe des Domes zu Fünfkirchen führen zehn Stufen in einen engen, aus Backsteinen erbauten Gang späteren Ursprunges hinab; von hier tritt man in eine kleine Vorhalle, die ein unregelmäßiges Viereck bildet, und aus dieser durch eine ruudbogige Thüre iu ein gleichfalls aus Backsteinen gebautes, mit einem Tonnengewölbe bedecktes Gelaß vou 3 22 Meter Länge, 2 82 Meter Breite und 2 21 Meter Höhe. Dieser Raum ist mit Wand- malereien geschmückt. Die Wand der einen Schmalseite hat um die Thüröffnung her ein Rankenwerk von Schlingpflanzen. Gegenüber sieht man, rechts und links von einer fenster- artigen Öffnung, Petrus und Paulus in Togen gekleidet; beide deuten mit den erhobenen Rechten auf das über der Öffnung befindliche Monogramm Christi. Jede der beiden Längs- seiten hatte im unteren Theile des Gewölbes drei Felder mit figürlichen Darstellungen. Von drei Feldern ist der ganze Mörtel abgefallen und die Malereien sind vernichtet; die anderen drei sind sehr beschädigt. Das eine Bild zeigt die Geschichte des Propheten Jouas; das Schiff, der Walfisch, die Gestalt Jonas' unter der Laube sind deutlich zu erkennen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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