Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 140 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 140 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

Image of the Page - 140 -

Image of the Page - 140 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

Text of the Page - 140 -

140 statt eines Reichthums an Details durch einen mittelst einfacher Bestandtheile hergestellten bedeutenden Jnnenranin gepackt. Die Kirche, die in dieser Hinsicht jenseits der Donau keine Nebenbuhlerin hat, wurde in den Jahren 1863 bis 1864 durch Franz Storno restanrirt, bei welcher Gelegenheit im Inneren wie am Äußeren Spuren alter Malerei zu Tage traten. Aus der Zeit der Restauration stammen die Details des Hauptthores, die gemalten Glasfenster, der Altar, die Kanzel, das von der Decke niederhängende Kreuz, kurz die ganze Ausstattung der Kirche. Das dritte gothische Bauwerk Ödeuburgs war einst eine Klosterkirche der Franciscaner, jetzt gehört sie den Benediktinern. Sie ist aus behanenem Kalkstein sorgfältig erbaut. Aus der bei Kirchen der Bettelorden ungewohnten Festigkeit des Baues läßt sich schließen, daß sie einen freigebigen Gründer hatte, vielleicht denselben, dessen Wappenschild, mit einer Ziege, die Stirnwand des Thurmes schmückt, ein Wappen, das sich auch in der Kirche zweimal wiederholt. Beigetragen mochten dazu auch die Vergünstigungen haben, mit denen die Könige Bela IV., Stephan V. und Ladislans IV. in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts die Stadt überhäuften. Anch die Sage von ihrer Entstehung bewahrt die Erinnerung daran, daß die Kirche nicht durch ärmliche Mittel zustandegebracht wurde. Ein Hirtenknabe soll sie erbaut haben mit Hilfe eines großen Schatzes, den der Huf seiner Ziege aus dem Boden gewühlt. Nach einer Aufzeichnung in der Chronik der Franciscaner wurde der Bau 1280 begonnen, und es darf als sicher gelten, daß er nach dem ursprünglichen Plane in dem nämlichen Jahrhundert auch ohne Stockung und Änderung beendigt wurde. Dafür spricht die Einheitlichkeit der unveränderten Anordnung und jener Theile des Aufbaues, die sich am Äußeren und im Inneren erhalten haben. Das in drei Schiffe und neun Joche getheilte Haus ist fast quadratisch. Dem Mittelschiff schließt sich das etwas breitere Sauctuarinm an, mit zwei Jochen und dreiseitigem Abschluß. Die schmäleren Seitenschiffe schließen mit einer geraden Wand ab. Zwei charakteristische Züge fallen auf; die Schiffe sind nämlich durch schlanke, glatt- schäftige Säulen, und zwar je zwei getrennt, ferner sind die Seitenschiffe ebenso hoch wie das Mittelschiff, d. h. das Gebäude ist eine sogenannte Hallenkirche. Der Ausbau zeigt in jeder Einzelheit den frühgothischen Charakter. Solche Details sind: die birn- förmigen Profile des gewaltigen Gurtbogens, der das Schiff vom Sanctnarinm scheidet, sowie der Gewölberippen des Sanctnariums; dann die Gliederung der Pilaster, deren Capitäle mit zwei Reihen von fünflappigen Weinblättern verziert sind; ferner die mit langstieligen Knospen verzierten Sänlencapitäle, die Gliederung der Leibungen der Fenster, welche den ganzen Zwischenraum der Stützpfeiler einnehmen und sich bis an den Dach- vorsprung emporstrecken, sowie das einfache Maßwerk der Fenster. Dasselbe gilt von dem
back to the  book Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild