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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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Page - 214 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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214 in den frühesten Zeiten verhältnißmäßig gut gesorgt war. Eigenthümlich ist es, daß bei der Stiftung der Mönchsorden, Abteien und Kirchen die aus dem Westen eingewanderten großen fremden Familien sich am meisten hervorthaten. Die große Mehrheit der Bevölkerung ist römisch-katholisch und nur der an das Veßpremer Comitat stoßende Strich, namentlich der Tapolczaer Strich hat Calviner in größeren Mengen auszuweisen. Westlich vom Tapolczathal ist das Volk schon wieder rein katholisch. Der verheerende Tatareneinfall ließ das Zalaer Comitat fast unberührt. Die Türken traten zuerst im Jahre 1480 auf, indem ein Trupp die Drau überschritt und in das Mnraköz einfiel. Die Comitats-Jnfnrrection jedoch und König Matthias, der persönlich hieherkam, bewogen sie bald zum Abzug. Nach Sultan Solimans großem Feldzug im Jahre 1541 warf der Pascha von Ofen, Mehemet Jahioglu, 1546 sein Auge auf Zala und der Reichstag dieses Jahres trifft bereits Verfügungen zur Vertheidigung des Comitats. Überhaupt wird die Rolle desselben nach der Niederlage bei Mohäcs und besonders nach dem Falle Szigethvärs eine für das ganze Land hochwichtige. Auf den Plattensee, die Drau und Mur gestützt, welche Gewässer es als die großen Schutzwehreu gegen türkische Angriffe vertheidigt, wird es unmittelbar zum Schild für die Comitate jenseits der Donau, aber auch für Steiermark, Österreich und Wien. Es muß also den Plattensee befestigen, zu welchem Behuf es die Burgen Tihany, Csobancz, Szigliget, Keszthely erbaut, und nicht minder die Drau, wo die Burgen Csakathnrn und Legräd entstehen. Zwischen Plattensee und Drau gibt es jedoch auf einer Strecke von 50 Kilo- meter kein Wasser, das ein Hinderniß bildet. Diese Linie zu schützen ist die Aufgabe der ziemlich in der Mitte liegenden Beste Kanizsa. Mit Kanizfas Fall ändert sich natürlich die Grenzvertheidigung; sie wird schwieriger und kostspieliger. Die Grenze ist nicht mehr zu schützen, es gilt also die von ihr herwärts führenden Straßen zu halten. Solcher Straßen gibt es drei. Die erste ist das Zalathal gegen Norden. Hier werden sechs neue Forts errichtet: Klein-Komoru, Magyaröd, Hidveg, Zalavär, St . Georgen (Szent- Györgyvär) und Gereschdorf (Szent-Gröt). Die andere Einmarschstraße von Kanizsa direct gegen Norden ist das Thal des Kanizsaslnsses und Großen Kanals (Nagy-Csatorna). Dieses zu schützen, müssen Najk, Pölöske, Kapornak und Zala-Egerszeg befestigt und ausgerüstet werden. Der dritte Weg von Kanizsa führt nach West und Nordwest durch die Thäler der Mur, Leudva und Kerka. Sie sind beherrscht durch Szemeuye, Unter- Limbach (Alsö-Lendva), Szecsi-Sziget und Nemti, die also mit Festungswerken und Besatzung zu versehen sind. Und was die Natur und Kriegswissenschaft so vorgeschrieben, das wird auf Betreiben des Zalaer Comitats durch die Reichstage beschlossen, freilich aber bleibt der größte Theil der Arbeit, Kosten, Opfer und kriegerischen Tapferkeit durch Zala selbst zu bestreiten. Und dies nicht nur an den erwähnten Punkten, sondern auch in
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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