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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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LK3 oder der als solche benutzte Trog und der Spinnrocken hinzu; im Winter stellen die Hausfrauen auch deu Webstuhl hinein. Der für das Knnterbnute sehr eingenommene Wende behängt die Wände seiner Stube gern mit werthlosen, auf Glas gemalten Heiligen- bildern nud bnntbeflitterten Papierkränzchen. Der ehrenfeste Ofen ist ein Lieblingsmöbel des Wenden. Auf dem Ofen trocknet er oft seine Feldfrüchte, am Ofeu bezieht im Winter irgend ein Mitglied der Familie feine Schlafstätte, auf der umlaufenden Ofenbank fitzen Thor ist aus Weidenrnthen geflochten und bewegt sich meist auf einem Rädchen; die Thür daneben pflegt durch eine Leiter zum Übersteigen ersetzt zn sein. Vor das Haus legt sich ein blühendes Blnmeugärtchen, in dem auf einem gemauerten Bänkchen unter den Fenstern häufig ein paar Bienenkörbe stehen. In neuerer Zeit werden einfache Steinhäuser gebaut. Das Familienleben der Wenden ist das patriarchalische, doch beginnt dieses System auch hier sich schon sehr zu lockern. In neuester Zeit sind bei ihnen, wie bei den benachbarten Magyaren, die Theilungen sehr häufig. Der Weude, der zur Theilung schreitet, ist dnrch die geringe Ausdehnung seines Grund und Bodens gezwungen, entweder in seinen Weingarten zu ziehen oder sich in ungarischer Gegend einen Besitz zu kaufen. sie an öden Winterabenden und kürzen deren Länge durch Märchen. Der Fußboden in den Stuben besteht meist aus Lehm und erst neuerdings findet die Mode der Bretterböden Eingang. Die Wände werden innen nnd außen rein weiß getüncht; außen ist der untere Rand der Wäude mit einem zwei Spannen breiten Saum von schwarzer, blauer oder gelber Farbe eingefaßt, auf den das wendische Weib oder Mädchen noch mit Vergnügen allerlei Blümlein malt. Wendische Braut. Das Dach ist aus Stroh gefertigt und anf dessen Giebel setzt man schwere „hölzerne Soldaten", damit das Stroh nicht durch den Wind aufgeträufelt werde. Die der Straße zugewandte Stirnseite des Daches ist zierliches Bretterwerk, in dessen Mitte ein Krenz oder ein gemalter heiliger Florian steht, während das Randbret den Namen des Eigenthümers und das Jahr der Erbanuug ersichtlich macht. Hinter dem Gebäude liegt die Hauswiese mit dem reichen Obst- garten. Den Hof umfängt man mit einer Hecke und bestreut diese mit dürren Wachholderzweigen, die mit den Scherbenzerbrochener Töpfe befchwertwerden.Das
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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