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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 372 -
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Page - 372 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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372 dann Vät, einst Nädasdy'scher Besitz; nahe dabei die Kapelle von Heiligenbrunn (Szent- Kut), im vorigen Jahrhundert ein berühmter Wallfahrtsort mit Kloster. Der Kronhüter Graf Thomas Nädasdy hatte hier im Jahre 1734 den Servilen Kirche und Kloster gebaut, die jedoch 1788 eingingen. Der Günsflnß durchschneidet den Bezirk. Ostlich von ihm liegt Ebene, westlich welliges Hügelland. Die höchste Erhebung ist der Vashegy (Eisenberg). Die Gewässer heißen Güns (Gyöngyös), Prenten (Perint), Pinka n. s. f. Die Bevölkerung ist überwiegend magyarisch. An den Bezirk von Steinamanger stößt im Osten der Bezirk von Särvär. Der Hauptort desselben, Särvär , gehörte zu Ausaug des XVI. Jahrhunderts der steinreichen Familie Kanizsay. Ursula Kauizsay verlobte sich im Jahre 1532 mit dem Grafen Thomas Nädasdy, Bauus von Croatien, Index Curiü und späteren Palatin, der dann sämmtliche Güter der im Mannesstamm erloschenen Familie Kanizsay, darunter auch Särvär, in Besitz nahm. Er gründete in Särvär, gleich nachdem er sich dort niedergelassen, mit großen Kosten eine Schule, die aus Elementarschule und Gymnasium bestand. Im Jahre 1536 errichtete er daselbst eine treffliche Bnchdrnckerei, deren Leiter Benedikt Abädi war. Hier wurde auf ungarischem Boden das erste Buch über ungarische Philologie gedruckt, und zwar die ungarische Grammatik des Johann Erdösi-Sylvester mit lateinischem Titel und Text. Von den Nädasdy ging Särvär an die verwandten Draskovich über. Dann hatten es die „genuesischen Herren" (Pallavicini) in Pacht, dann kamen die Szily und Erzherzog Franz von Este, Herzog von Modena. Die jetzige Eigenthümern: ist Erzherzogin Maria Theresia, Gemalin des Prinzen Ludwig von Baiern. Historisch berühmt ist die alte Burg von Särvär, die ursprünglich auf Pfählen erbaut, durch Thomas Nädasdy um die Mitte des XVI. Jahrhunderts wesentlich umgestaltet wurde. Sein Sohn Franz begann 1588 den Umbau der Wälle, die größteutheils noch bestehen, in Steinmaterial; Franzens Sohn Paul führte diese Arbeit zu Ende, was eine Wandinschrift im Burghofe, rechts neben dem Thore, uoch jetzt bezeugt. Links neben dem Thore aber berichtet eine zweite Tafel, daß Erzherzog Ferdinand im Jahre 1803 die Burg erworben und die Absicht gehabt, sie wieder herzustellen, wie auch die umgebenden Sümpfe abzuleiten, hieran jedoch durch den Tod verhindert worden sei, woraus sein Sohn Franz das Werk durchgeführt habe. Höchst bemerkeuswerth ist der Ehrensaal der Burg, mit interessanten Malereien an Decke und Wänden. Dieser im Oberstock befindliche Saal ist ein längliches Viereck, geräumig und hoch, mit kuppelartigem Dach. Die Deckengemälde behandeln die Schlachten bei Totis, (1597), Ofen (1602), Veßprem (1596), Päpa (1597), Raab (1598), Kauizsa (1602) und in der Mitte Sissek (1593). Jedem Bilde ist die lateinische Benennung der Schlacht, nebst Jahreszahl beigefügt. Der Maler ist unbekannt. Schwerlich ist es Stesan Dorfmeister, der im Jahre 1769 die trefflichen biblischen Gemälde an den vier Wänden herstellte,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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