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mit Schloß; Gösfa, mit einem Wein, der dem Schomlauer gleichkommt; Rum, Wiege
des Geschlechts der Rnmy; Baltavär mit Schloß und Park; Györvär an der
Straße nach Zala-Egerßeg, ein Kurutzen^ Schlachtfeld; Egervar, die Stammburg der
Egerväry, wo zur Zeit Franz Raköezys II. der in der Schlacht bei Györvär
(7. November 1707) gefangene General Hannibal Heister verwahrt wurde. Nicht zu
vergessen ist das prächtige und behaglich eingerichtete Schloß zu Mikosd, ueuerdings
durch die Familie Mikos erbaut. Der Bezirk ist reich an Wäldern und Weinbergen. Ein
Theil ist flach, das Meiste aber hügelig und daher Hegyhät (Bergrücken) genannt.
Etwa 17 Kilometer südwestlich von Eisenburg liegt der Hauptort des Körmender
Bezirks, Körmeud, an der Raab, mit 5.334 Einwohnern, Dampfmühle, Bierbrauerei,
Sparkasse und Honvedkaserne. Das im Viereck gebaute Schloß gehört zum fürstlich
Batthyany'schen Fideicommiß und enthält ein werthvolles Archiv, eine Antiquitäten-
sammlung und im Parke Statuen von Kunstwerth. Könnend war vor 1595 im Besitz von
Thomas und Peter Erdödy, seither in dem der Brüder Johann, Ladislans und Paul Joö
von Kaßahäza. Zackersdors (Csäkäny) liegt gleichfalls an der Raab; es gehört den
Grafen Batthyäny. In Jväncz wurde 1766 der ungarische Philolog Franz Kreßnerits
geboren, von dem ein werthvolles ungarisches Wörterbuch herrührt. Die Familie Sigray
hat hier eine Besitzung und Schloß. Südlich von Zackersdors erstreckt sich, theils im
Könnender, theils im St. Gottharder Bezirk, das Hügelgebiet des Örseg, eine Specialität
des Eomitats. Das Orftg, im südwestlichen Theile desselben gelegen, ist ein von Ost zu
West 19 22 Kilometer langes und von Nord zu Süd 12 25 Kilometer breites Gebiet, das
18 magyarische Gemeinden umfaßt. In alten Urkuudeu kommt es als „Eörsegh", „Orssger
Land", als „peculium* der heiligen Krone vor und wird schon von König Matthias 1 als
„adeliger Bezirk" bezeichnet. Einst bildete es ein besonderes kleines Comitat im Comitat,
insofern es eigene Obrigkeiten und Statuten besaß; die 18 Gemeinden machten ein Ver-
waltungsgebiet für sich aus und anerkannten das Comitat nur in gewissen Fällen als
vorgesetzte Behörde. Die höchste obrigkeitliche Person hieß .«Zi-na^x" oder .ispäii". Unter
dem örna^x standen die von den 18 Gemeinden gewählten 12 Stnhlgeschwornen und
bildeten mit ihm die Gerichts- und Verwaltungsbehörde des Örsög. Die Bevölkerung des
Örseg leistete einst Grenzerdienste und hatte deshalb eine militärische Organisation. Die
Gemeinden sind in einer Urkunde Ladislaus IV. folgendermaßen angeführt: Eöri-
Szent-Peter (einst befestigter Hauptort des Örseg), Jspang, Külsö-Räkos, Zakmer
(Szaknyer), Belsö-Rakos, Pankaß, Szata, Kerkäs-Käpolna, Bajanhaza, Senyehäza,
Dävidhäza, Kotormän, Hodos, Kapornak, Kercza, Szomoröez und Bükalja. Als solches
privilegirtes Gebiet besteht aber gegenwärtig das Örseg nur noch dem Namen nach. Die
Bevölkerung des Bezirkes ist magyarisch, doch kommen auch Deutsche uud Kroaten vor.
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Volume 16
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Ungarn (4)
- Volume
- 16
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1896
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.18 x 21.71 cm
- Pages
- 616
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch