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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 384 -
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Page - 384 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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384 einem Spiegel gleich, der Neusiedler See auf. Hinter ihm dunkelt das Preßbnrger, herwärts das Ödenburger, Lanseer und Rosaliengebirge. Noch weiter zurück ragen öster- reichische Alpen: Schneeberg und Rax. Vor dem Gebirge liegen blumige Fluren, vou Bächen durchschmeist, und aus den Dörfern schimmern weißgetünchte Häuser. Nach Westen ist der Ausblick durch den 665 Meter hohen Zeigerberg gesperrt. Außer dieser sogeuanuteu alten Burg stand am Fuße des Gebirges noch eine untere Burg, die den Güssinger Grafen gehörte. Man sieht davon ein längliches Viereck, mit je einem viereckigen Thurm an der nordöstlichen und südöstlichen Ecke. Ursprünglich aber hatten alle Ecken Rund- thürme. die an der südöstlichen und südwestlichen Ecke noch als Stümpfe erhalten sind. Auch die Reste der alten Mauern sind noch zu erkennen. Die höhere Westmauer war mit Erkern geschmückt, deren Tragsteine man noch unterscheidet. Das Gesimse ist hier romanisch gegliedert. Nach einem Verzeichniß aus dem Jahre 1586 enthielt die Burg damals 15 geräumige Zimmer, 2 große Säle, 14 Wohnstuben, Granarien, Ställe und Keller. Der große Brand im Jahre 1777 zog eine durchgreifende Umgestaltung nach sich, die Kapelle jedoch hat ihre alte Coustructiou behalten. Innerhalb des nach der innern Stadt führenden Thores hängt an der Wand ein großer Knochen, nach der Volksüberlieferung einem türkischen Riesen zugehörig, der den Burggraben durchschwimmen wollte; thatsächlich stammt er von einem Kameel her, deren gab es ja im türkischen Train genug und auch Margarethe Ehöron, Witwe Ehristof Nädasdys, ließ zu Anfang des XVII. Jahrhunderts einige solche Thiere im Burggarten durch gefangene Mohren warten. Der Name Güns-Kößeg kommt in den alten Schriften als Gunza, Gnnch, Kewßeg, Keußeg uud Kußugh vor. Der deutsche Name ist dem Günsslnß entlehnt, der ungarische bezeichnet vermuthlich die auf einem Steine (Kö) oder aus Steinen erbaute Burg. Die eigentliche Gründung, auch der Stadt, geht auf den Ban Heinrich von Güssing und dessen Sohn Johann (um 1L63) zurück. Aus dem Besitz der Güssiuger Grafen ging die untere Burg an die Könige von Ungarn über. Karl Robert besiedelte zu Beginn des XIV. Jahr- hunderts die neben der unteren Burg entstandene Stadt mit Deutschen. Sigismnnd schenkte die untere Burg und Stadt (1392) dem Niklas Gara und dessen Bruder. Die folgenden Besitzer waren: Simon Palöezy und Michael Guthy-Orßäg (1441), Kaiser Maximilian (1491), Sigmuud und Heinrich Pruescheuk von Stettenberg (1492), der Burghauptmann Niklas Jurisich (1529), erst pfandweise, dann zum Lohne der erfolgreichen Vertheidigung als Erbgut, nach ihm Johann Weispriach, dann dessen Schwiegersohn, dann Niklas Junior) und Johann Jurisich, Baron Johann Ehöron, hierauf dessen Tochter, Frau Ehristof Nädasdy. Im Jahre 1650 erhielt es Graf Diouys Szechy, dessen Erben es 1695 auf immerwährende Zeiten an den Fürsten Paul Esterhazy verkauften.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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