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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 386 -
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Page - 386 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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386 selber zog sich, von einer Kugel und einem Lanzenstich verwundet, erschöpft hinter eine Schutzmauer zurück, um dort den letzten Heldenkampf zu kämpfen. Die blutige Entscheidung nahte. Mittlerweile versammelten sich die Greise, Frauen und Kinder aus der ganzen Stadt bei der St. Jakobskirche und harrten angstvoll ihres Schicksals. Als sie dann den verwundeten Helden, ihren geliebten Beschützer mit seiner zusammengeschmolzenen Schar zurückweichen sahen, machte sich ihre Verzweiflung in einem furchtbaren Jammergeschrei Luft. Der nachstürmende Feind hielt, durch das ungewöhnliche Getöse überrascht, diesen Ausbruch für den der Freude ob des Herannahens oder gar Eintreffens einer Hilfsschar; plötzlicher Schreck übermannte ihn, seine Reihen schwankten, lösten sich, wichen. Voll Geistesgegenwart benützte die tapfere Besatzung diesen günstigen Augenblick und griff die Türken so kräftig an, daß sie unter Zurücklassung zweier Fahnen in wilder Flucht das Weite suchten. „Gott und die Menschen streiten für die Stadt," sagten die Janitscharen, „gegen Allahs Willen können wir nicht siegen." Ibrahim, der die Lage der Besatzung viel zu günstig beurtheilte, wurde von Kleinmuth übermannt oder, was wahrscheinlicher, er fühlte sich durch seine Freundschaft für Jurisich bewogen, neue Unterhandlungen zu versuchen. Diese hatten den Erfolg, daß Jnrisich von zehn Türken in die Stadt zurückbegleitet wurde, die auf der Bresche Wache stehen und die etwa Nachdrängenden zurückhalten sollten; eigentlich aber hatten sie die türkische Fahne auf der Stadtmauer aufzupflauzeu. Unterwegs ersuchte der Janitfcharen-Aga Jurisich, er möge ihm gestatten, die Citadelle zu besichtigen. „Nein", sagte Jurisich, „dort haben ergrimmte Spanier und Deutsche die Wache, die dein Lebeil nicht schonen würden; übrigens steht die Citadelle gar nicht unter meinem Befehl." Der Aga wagte vor Schrecken nicht weiter zu gehen, sondern blieb zurück und ließ nur die gemeinen Janitscharen unter das Thor der Citadelle treten, wo sie reichlich mit Wein bewirthet wurden. Als dieses Getränk gehörig wirkte, bestiegen sie mit Jurisich' Erlanbniß die Festungsmauer und steckten auf den Thürmen acht rothe Fahnen aus. Dieser Anblick befriedigte das militärische Ehrgefühl Ibrahims, der nun sofort Anstalten zum Abzug des Heeres traf, nachdem er noch Jurisich ersucht hatte, für seine nicht transportablen Verwundeten uud Kranken sorgen zu wollen. So zog der Sultan, uach dreiwöchentlicher Belagerung, am 31. August von Güns ab. Dieser Waffenthat hatte es Ferdinand zu verdanken, daß seine Scharen Zeit gewannen, sich bei Wien zn sammeln; als der Sultan dies erfuhr, nahm er seinen Weg nicht nach Wien, sondern nach Steiermark uud kehrte über Warasdiu und Belgrad nach Constantinopel zurück. Jurisich hatte also Wien gerettet, und die Türken zum Rückzug veranlaßt. Während des Bocskay'schen Ausstaudes wurde die Stadt 1605 durch den Heidncken- sührer Gregor Nemethy belagert, wo denn die bedrängte und ihre Treue gegen Rudolf wahrende Bürgerschaft Thomas Nädasdy, den Pfandbesitzer der Beste Güns, aufforderte,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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