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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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vor dieser die Hühnersteige. An der linken Seite der Hausstelle steht der Schweinestall („Kob'n"). Links vom Thor, mit diesem nnter einem Dach, befindet sich ein geräumiger Wagenschuppen, der sich nach dem Hofe öffnet. Znweilen bildet das Hienzenhaus eine» von allen Seiten geschlossenen Vierkant (fränkischer Hof). Die Mitte des Hofes nimmt die für das Hienzenhaus charakteristische Düngergrube in ihrem hölzernen Kranz ein. Im südöstlichen Theile des Gebiets, wo die Hienzen sich schon mit Magyaren und Slaven beriihren, herrscht häufig noch das hölzerne Hans vor und anch die Anordnung des Hansplatzes weicht vielfach ab. Die Hauptbeschäftigung des Hienzen ist die mit Viehzucht verbundene Landwirth- schaft. Sein geringes Ackerland ist oft sehr zerstückelt und zerstreut und die etwas primitive Bearbeitung, hie und da mit eigenthümlichen Werkzeugen, z. B. dem Sommerschlitten, dem „Leitenpflug", ist zeitraubend, zersplittert die Kräfte und zahlt sich nicht gut aus. Um hinreichend Brot zn haben, muß also der Hieuz ernten, auch wo er nicht gesät hat. Während sein Bischen Getreide in den heimischen Bergen reift, das übrigens oft selbst durch die weiblichen Hände zu bewältigen ist, geht er als Schnitter oder Drescher zu seinem Wieselburger Nachbar und in das ungarische Alföld, zuweilen auch nach Nieder- österreich, und verdient sich damit oft Brot für das ganze Jahr. In mancher Hügelgegend erzielt er guten Wein und „führt" ihn selber nach Niederösterreich, dessen Wein durch die Mischung süffiger wird. Seine besten Obstsorten, die berühmten Maschanzger Äpfel, die Kirschen und Kastanien werden von den Weibern meist nach Wien geschafft. Dort ist anch der Markt des Vogelstellers, der mit außerordentlicher Geschicklichkeit in eigens gemietheten Revieren die Krammetsvögel, aber auch Schnepfen und Rebhühner znsammenfängt; früher trug er seine Nachtigallen bis nach Italien. Als Geflügel-Hansirer durchstreift er weite Landstriche und sammelt in seinem Käfigwagen alles Hausgeflügel. In den entlegenen Wäldern gibt es Kohlenbrenner. Eigentlich ist der handfertige, anstellige, auskunftreiche, rührige Hienz durch seine Lebensverhältnisse mehr für Handel und Gewerbe, als für die Landwirthschaft bestimmt. Außer den erwähnten Bodenprodneten bringt er auch seine gewerblichen Erzeugnisse (z. B. Böttcherwaaren) gerne selber auf ferne Märkte. In den näheren, von Magyaren bewohnten Orten ist meist der Hienz der Gewerbsmann. Die Landseer Maurer arbeiten den Sommer in Budapest und Wien, auch die Zimmerleute von Unter-Rabnitz gehen ins Weite. Die Thonwaareu von Stoob sind vortheilhaft bekannt. Die Drechsler und Sieb- macher stehen uoch gut, die ehemals blühenden Bekleidungsgewerbe jedoch sind dnrch die Fortschritte der Fabrikstechnik und die Geschäftsweise des Großkapitals bedeutend zurückgegangen. Als Hausindustrien sind noch die Korbflechter« und Besenbinderei zu erwähnen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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