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Herzogs von Oppeln und heiratete später Georg VI., Grafen von St. Georgen und
Bösing, bei dessen Familie Altenburg bis zu ihrem Erlöschen (1516) verblieb. Das äußere
Zeichen dieser Zugehörigkeit ist noch jetzt am Gewölbe des Basteithores zu sehen, dessen
Schlußstein das Wappen der Grafen von Bösing mit dem sechszackigen Stern trägt. Die
Burg fiel an die Krone zurück und Ludwig II. schenkte sie seiner Gemalin Maria, welche sie
dem Burghauptmann Stephan Amade anvertraute. Amadi wurde in diesem Amte auch
durch König Ferdinand I. bestätigt, der seine Schwester Maria (1528) in diesem Besitze
feierlich bestätigte. Als im Jahre 1529 Soliman sein gewaltiges Heer gegen Wien vorschob,
konnte die böhmische Besatzung von 300 Mann unter Stephan Amad? von Varkony
nicht hoffen, daß sie wirksamen Widerstand würde leisten können, und steckte daher die
Burg sammt der anliegenden Ortschaft selber in Brand. Nachdem die Türken von Wien
geschlagen abgezogen waren, wurde die Burg wieder hergestellt, ja verstärkt, doch spielte
sie, wie es scheint, Amade bald dem Szapolyay in die Hand; wenigstens war sie im
Jahre 1533 Schauplatz von Unterhandlungen zwischen den Gegenkönigen Ferdinand I.
nnd Johann, die wegen einer in der Gegend ausgebrochenen Seuche unterbrochen
werden mußten. Auch im XVII. Jahrhundert hatte Altenburg viel Ungemach zu bestehen.
Im Jahre 1605 wurde es durch Bocskay's Scharen eingeäschert, 1619 durch Gabriel
Bethlen besetzt, der sein Hauptquartier in der „Randhof" genannten Curie, dem jetzigen
Gasthof „zum schwarzen Adler" hatte. Der kaiserliche Feldherr Bonqnoi verdrängte ihn
jedoch bald und eroberte auch Raab. Bouquoi verstärkte die Beste durch neue Basteien,
woran noch jetzt der Name der Basteigasse erinnert. Im Jahre 1683, als die Türken
das christliche Heer bis Neusiedl zurücktrieben, verbrannten sie unterwegs auch die Beste
vou Altenburg.
Im XVIII. Jahrhundert brach für die Stadt ein dauerhafter Frieden an, ihre
günstige Lage ließ sie die erlittenen Schäden rasch wieder gutmachen und sie gedieh
trefflich. Gefördert wurde dies, als Maria Theresia die Altenburger Herrschaft als
Hochzeitsgeschenk für ihre geliebte Tochter Erzherzogin Christine ankaufte, die bis 1798
in glücklicher Ehe mit dem Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen, Sohn des
Polenkonigs August III., lebte. Im Jahre 1818 wurde die alte Burg als Musensitz
geweiht, indem sie die damals gegründete landwirtschaftliche Lehranstalt aufnahm, die
mit der Zeit zu europäischem Ruf gelangte und noch jetzt gedeiht. Um das Zustande-
kommen dieser Anstalt erwarb sich der damalige Domänendirector Anton v. Wittmann
große Verdienste. Der damalige Eigenthümer der Herrschaft, Herzog Albert von Sachsen-
Teschen, hatte nämlich den Director aufgefordert, ihm einen Vorschlag zu unterbreiten,
wie er sein Wohlwollen für die ungarische Nation und das Wieselburger Comitat auch durch
Errichtung eines bleibenden Denkmals bethätigen könnte. Wittmann schlug dem Herzog in
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Volume 16
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Ungarn (4)
- Volume
- 16
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1896
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.18 x 21.71 cm
- Pages
- 616
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch