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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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450 die verwitwete Gräfin Laura Henckel-Doimersmarck, geb. Käßouyi. Karlburg ist auch wegen seiner englischen Pferdezucht und Trainiranstalt berühmt. Früher hatte die Herrschaft hier eine großangelegte Gärtnerei und Obstbaumschule. Ju der Wand des Glashauses sind noch römische Denksteine zu sehen. Von der im XII. bis XIII. Jahrhundert im romanischen Stile gebauten Kirche sind nur Thurm uud Chor unversehrt geblieben. Die Bewohner, 1668 an der Zahl, sind Deutsche und Magyaren. Links von der Preßbnrger Straße liegt die gegenwärtig dem Grafen Josef Batthyäuy gehörige Kittseer Burg (Köpcseuy), an die sich viele geschichtliche Erinnernngen knüpfe», darunter ein das Land aufwühlender Proceß, der im XVII. Jahrhundert das Land in Aufregung versetzte und mit der Enthauptung Ladislaus Liszthi's, Verfassers einer ungarischen Erzählung in Versen (Nn^nr klnrs — der ungarische Mars), endete, dann allerlei Gravamiua des Reichstages und in neuester Zeit das Audeukeu an den ersten Dampfpflug, der hier am 18. Juni 1861 vorgeführt wurde. Obgleich Schulhof, der damalige Pächter des Fürsten Esterhäzy, die hochwichtige Erfindung nicht nnr hier, sondern auch in Delta (Temeser Comitat) zur Anwendung brachte, konnte das Ackern mittelst Dampfpfluges in Ungarn dennoch erst nach einein Jahrzehnt heimisch werden. Dies geschah znerst in Ungarisch-Altenbnrg, wo im Jahre 1870 ein Fowler'scher Dampfpflug mit Zweimaschinen-System eingeführt wurde; gegenwärtig sind im Albrechtsfelder Ökonoiniebezirk eine, im Albert Kasimir'schen zwei Dampfpfluggarnituren von je zwanzig Pferdekräften in regelmäßiger Verwendung. Verläßt man Altenburg mit der Eisenbahn, so kommt man ans der Linie Brnck an der Leitha zuerst uach Kaltenstein (Level). Hierauf folgt die Station Straß-Sommerein, wo die Domäne ein für die Aufnahme vou 15.000 Metercentner Getreide bestimmtes Producteumagazin besitzt. In den Jahren 1883 und 1884 wurde von hier aus eine 32 Kilometer lange, später durch Flügelbahnen ergänzte Pferdebahn zur Verbindung der einzelnen Domänentheile erbaut; sie reicht bis in den Hansag hinein, von wo sie Heu und Torf holt, während sie ans den Domänentheilen Producte für deu Weltverkehr befördert. Straß-Sommerein (Hegyeshalom), das jetzt außer Getreidebau auch Weinbau betreibt, ist eiu sehr alter Ort und kommt schon in dem von Andreas II. zu Gunsten der Cistercienserabtei von Heiligenkreuz im Jahre 1217 ausgestellten Schenknngsbries vor. König Sigisinnnd verpfändete es 1436 an Albrecht Herzog von Österreich. Der Ort besitzt eine schöne, mit Mauern umgebene katholische und eine ansehnliche evangelische Kirche. Die nächste Station ist Nickelsdorf (Miklosfalva) mit 1.782 znr Hälfte römisch- katholischen, zur Hälfte evangelischen Einwohnern. Die schöne römisch-katholische Kirche ist 1783 erbaut. Neben der Kirche stand das ärmliche Häuschen des evangelischen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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