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Die Hügelkette von Szent-Marton ist mit dem Wellenspiel ihrer Höhen, den
hier und dort plötzlich aufspringenden Gipfeln, dem reichen Kranze ihrer Rebenpflanznngen
und Wälder einer der schönsten Theile des Comitats. Sie erreicht das Comitatsgebiet bei
Täp-Szent-Miklös und bildet dann, nach Nordwest ziehend, den weinberühmten Reszhegy,
dann die Szent-Jmre- (St. Emerichs-) Höhe, wo nach der Überlieferung Anastasins
Astricus' der erste Benediktinerabt in Ungarn den zum Besuche des Klosters eingetrofseneu
Königssohn begrüßte, sodann jenen dreifachen Hügel, den — so glaubt man — die Pietät
der Nation in das Landeswappen aufgenommen hat und auf deren einem, dem „Szent-
hegy" (Heiligen Berg), das Kloster von Martinsberg (Pannonhalma), dieser Urzenge der
christlichen Civilisation Ungarns, sich erhebt. Die äußerste Erhebung der Kette ist der
nördlich von Martinsberg gelegene Saghalom. Vom Ostabhang der Szent-Märtoner
Kette dehnt sich eine Ebene den Vertesbergen zn, ihre Westseite entlang aber zieht das
fruchtbare Thal des Pänzsa-Baches bis an die Ravazd-Es analer Hügelreihe. Diese
bildet, nach Länge, Breite nnd Höhe, die bedeutendste Erhebung des Comitats, dessen
Gebiet sie bei Ravazd erreicht, wo sich in der Flanke der Kette ein gähnender Kessel
ansthnt; diese Bucht ist einst durch das wirbelartige Kreisen des vom Bakony zurück-
prallenden Meerwassers ausgehöhlt worden. Die Ravazd-Csanaker Hügelkette streicht in
gerader Linie gegen Nordwest; ihr Grat ist von Wald bedeckt, die Abhänge sind mit
Nebengärten geschmückt, die freilich in neuerer Zeit der Phylloxera wegen sich zum Theil
in Äcker verwandeln mußten. Die höchste Kuppe der Kette ist, mit 3l8 Meter, der
Pälhegy (Paulsberg); unr um Weniges steht ihm der Magashegy (Hohe Berg) nach,
der beim Volke Hegyes-Magas (spitz und hoch) heißt. Von hier an sinkt der Bergzug
stufenweise uud verläuft sich bei Csauak als sanfter Abhang.
Die dritte Hügelkette, die von Sokoro, liegt westlich der vorigen und läuft ihr
parallel längs des Pätka-Tenyöer Thales. Der Namen „Sokoro" soll von ,sok ur-
(viele Herren), nach anderen von »sok orr* (viele Nasen, das heißt Hügel) hcrstammen.
Dieser Bergzug beginut im Comitate bei Kajar, läuft dann nach Nordwest und endet
mit den Sandhügeln von Koronczö. Seine südöstliche Hälfte ist meist waldig, die nord-
westliche mit Weingärten bedeckt, in denen jedoch nenestens die Phylloxera gehaust hat.
Die höchsten Punkte sind der Harangozö-Hegy bei Kajar, auf dem einst ein Panlinerkloster
stand, dessen Glocken (k-u-anx) seinen Namen erklären sollen, dann der Kopasz nnd der
Ebedlätö. Von diesen Höhen blickt man weithin bis zu den regelmäßigen Gestalten des
Somlyö und Sägberges, deu nördlichen Höhen des Eisenburger Comitats und der blauen
Masse des Schneebergs.
Der Hügelkette zu Füßeu liegt westlich flaches Land, das Sokoröalja heißt uud
von dem Bakony-Bach mitten durchschnitten wird. Außerdem zeigen sich uoch hie und
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Volume 16
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Ungarn (4)
- Volume
- 16
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1896
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.18 x 21.71 cm
- Pages
- 616
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch