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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 462 -
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462 Die Hügelkette von Szent-Marton ist mit dem Wellenspiel ihrer Höhen, den hier und dort plötzlich aufspringenden Gipfeln, dem reichen Kranze ihrer Rebenpflanznngen und Wälder einer der schönsten Theile des Comitats. Sie erreicht das Comitatsgebiet bei Täp-Szent-Miklös und bildet dann, nach Nordwest ziehend, den weinberühmten Reszhegy, dann die Szent-Jmre- (St. Emerichs-) Höhe, wo nach der Überlieferung Anastasins Astricus' der erste Benediktinerabt in Ungarn den zum Besuche des Klosters eingetrofseneu Königssohn begrüßte, sodann jenen dreifachen Hügel, den — so glaubt man — die Pietät der Nation in das Landeswappen aufgenommen hat und auf deren einem, dem „Szent- hegy" (Heiligen Berg), das Kloster von Martinsberg (Pannonhalma), dieser Urzenge der christlichen Civilisation Ungarns, sich erhebt. Die äußerste Erhebung der Kette ist der nördlich von Martinsberg gelegene Saghalom. Vom Ostabhang der Szent-Märtoner Kette dehnt sich eine Ebene den Vertesbergen zn, ihre Westseite entlang aber zieht das fruchtbare Thal des Pänzsa-Baches bis an die Ravazd-Es analer Hügelreihe. Diese bildet, nach Länge, Breite nnd Höhe, die bedeutendste Erhebung des Comitats, dessen Gebiet sie bei Ravazd erreicht, wo sich in der Flanke der Kette ein gähnender Kessel ansthnt; diese Bucht ist einst durch das wirbelartige Kreisen des vom Bakony zurück- prallenden Meerwassers ausgehöhlt worden. Die Ravazd-Csanaker Hügelkette streicht in gerader Linie gegen Nordwest; ihr Grat ist von Wald bedeckt, die Abhänge sind mit Nebengärten geschmückt, die freilich in neuerer Zeit der Phylloxera wegen sich zum Theil in Äcker verwandeln mußten. Die höchste Kuppe der Kette ist, mit 3l8 Meter, der Pälhegy (Paulsberg); unr um Weniges steht ihm der Magashegy (Hohe Berg) nach, der beim Volke Hegyes-Magas (spitz und hoch) heißt. Von hier an sinkt der Bergzug stufenweise uud verläuft sich bei Csauak als sanfter Abhang. Die dritte Hügelkette, die von Sokoro, liegt westlich der vorigen und läuft ihr parallel längs des Pätka-Tenyöer Thales. Der Namen „Sokoro" soll von ,sok ur- (viele Herren), nach anderen von »sok orr* (viele Nasen, das heißt Hügel) hcrstammen. Dieser Bergzug beginut im Comitate bei Kajar, läuft dann nach Nordwest und endet mit den Sandhügeln von Koronczö. Seine südöstliche Hälfte ist meist waldig, die nord- westliche mit Weingärten bedeckt, in denen jedoch nenestens die Phylloxera gehaust hat. Die höchsten Punkte sind der Harangozö-Hegy bei Kajar, auf dem einst ein Panlinerkloster stand, dessen Glocken (k-u-anx) seinen Namen erklären sollen, dann der Kopasz nnd der Ebedlätö. Von diesen Höhen blickt man weithin bis zu den regelmäßigen Gestalten des Somlyö und Sägberges, deu nördlichen Höhen des Eisenburger Comitats und der blauen Masse des Schneebergs. Der Hügelkette zu Füßeu liegt westlich flaches Land, das Sokoröalja heißt uud von dem Bakony-Bach mitten durchschnitten wird. Außerdem zeigen sich uoch hie und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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