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zwischen diesem Dorfe und Koronczo kämpfte im Jahre 1704 der kaiserliche General
Heister seinen harten Strauß gegen Simon Forgäcs, den Anhänger Franz Räköezis II.
Im Jahre 1849 fand hier ein Gefecht zwischen einer Abtheilung des ungarischen Corps
Pöltenberg und den kaiserlichen Truppen unter Wimpffen statt.
Töth ist die volkreichste Ortschaft dieser Gegend und eine berühmte Ansiedlnng von
Petschenegen. Im Jahre 1269 schenkte Bela IV. die Besitzung Töth seinem Thürsteher
Thomas Poky, dessen Nachkommen sie bis zur Mitte des XVII. Jahrhunderts innehatten.
Als 1809 Raab in französischen Händen war, hielt das Comitat seine Sitzungen zeitweilig
in Teth ab. Felpicz war einst Besitzthnm des Geschlechtes Peecz, von dem die gräfliche
Familie Apponyi abzweigt.
Gyömöre war, wie Manche meinen, der Rand des einstigen Avarenringes; im
XVI. Jahrhundert ist es Eigenthum des Valentin Török von Enying, später der Csaky,
dann der Esterhäzy. Das südöstlich von Gyömöre gelegene, recht volkreiche Kajärist seit
den Tagen St. Stesans im Besitze der Benediktinerabtei zu Bakonybel.
Im südwestlichen Theile des Comitats liegt Gyarmath, an dessen Stelle einst
die römische Colonie Mursel la stand. Hier zog die durch lebhaften Verkehr ausgezeichnete
Handelsstraße von Arrabona (Raab) nach Sabaria (Steinamanger) durch. Nordwestlich
von Gyarmath liegt im Marezal- und Naabthale Möriezhida, wo im XIII. Jahr-
hundert Moritz, Obergespan von Neutra, eine Probstei der Prämonstratenser gegründet
haben soll, deren Gebäude während der Türkenzeit spurlos verschwunden ist. Nördlich
von hier liegt, links der Raab, im Tököz die Ortschaft Kö ny, im XIII. Jahrhundert Besitz
der Johauniterritter, später des Naaber Kapitels, das die Verpflichtung hatte, einen Theil
des von hier bezogeuen Einkommens zu Schulzwecken zu verwenden. Nahe dabei liegt
Enese, Stammsitz der gleichnamigen Familie.
In der nördlich des Tököz gelegenen Kleinen Schütt (Szigetköz) ist der Haupt-
punkt Hidervär , dessen Gründer der unter Geza II. eingewanderte Ritter Hederich,
Stammvater des berühmten Geschlechtes der Hederväry, gewesen. Die Sprößlinge dieses
Hauses spielten als kirchliche und weltliche Würdenträger eine große Rolle im öffent-
lichen Leben. Im Jahre 1348 erhielt die Familie von Ludwig dem Großen das
^us sslaäii für sämmtliche Besitzungen. Sie blieb im ununterbrochenen Genuß ihrer
Güter bis 1521, als Franz Hederväry, Burghauptmann von Belgrad, wegen Untreue
den größten Theil derselben einbüßte. Die coufiscirteu Güter verlieh Ludwig II. dem
Paul Bakics.
Später erlangte die Familie, theils durch königliche Schenkung, theils durch
Kauf ihre Besitzungen wieder zurück, die dann durch die Präficirung und Heirat der
Katharina Hederväry an die Familie Viezay, und nachdem diese im Mannesstamm
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Volume 16
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Ungarn (4)
- Volume
- 16
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1896
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.18 x 21.71 cm
- Pages
- 616
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch