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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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546 wo bei der Krönung die Ritter vom Goldenen Sporne geweiht wurden und zweimal auch die Urtheilsverkiiudigung in Processen erfolgte; dann die St. Martinskirche, wo der König den Eid ablegte. Außerhalb der Stadt stand die St. Nikolauskirche und vor ihr wölbte sich der Krönungshügel, auf dem der Köuig nach Beendigung der Krönungsceremonie sein Schwert nach den vier Weltgegenden blitzen ließ; wenn kein Krönungshügel errichtet war, wurden die vier Schwerthiebe auf der Höhe des St. Nikolausthurmes gethan. Das hervorragendste Bauwerk war die königliche Burg selbst. Sie hatte zwei Thore, uach Palota und nach Ofen hin. Geschützt war sie durch breite Wassergräben, sowie durch weitgedehute Sümpfe, die sich seit der Reguliruug der Schlammgewässer in fruchtbare Äcker und Wiesen verwandelt haben. Durch nahezu drei Jahrhunderte war die Stadt fast unausgesetzt die Residenz der Könige. Karl Robert verlegte seinen Königssitz nach Visegräd, doch blieb Stnhlweißenburg auch weiterhin der königliche Krönnngs-nnd Bestattungsort, sowie die Versammlungsstätte der Krönnngs-Reichstage, bis zur Niederlage bei Mohäcs. Die königliche Burg blieb bestehen, war jedoch, wie es scheint, außer Benützung gesetzt, wenigstens kann man dies aus dem Umstände schließen, daß die Könige später nicht in der Burg, sondern in der Propstei abzusteigen pflegten. Fünfunddreißig Könige und Königinnen haben im Lanfe von fünf Jahrhunderten in den Mauern dieser Burg ihre Krönungsfeste, und viele auch ihre Hochzeitsfeste gefeiert; fünfzehn gekrönte Könige — unter ihnen Stefan der Heilige, Koloman, Karl Robert, Ludwig der Große und Matthias — haben durch den Staub ihrer Gebeine den Boden dieser Stadt geheiligt. Doch die mit dem XVI. Jahrhundert anhebenden inneren Wirren und die türkische Eroberung zerstörten auch diesen Altar der Pietät einer ganzen Nation. Stnhlweißenburg fiel 1543 in die Hände der Türken, die sich hier 145 Jahre lang, bis 1688, zu behaupten wußten. Nachdem das türkische Heer 1593 bei Päkozd und 16t)l bei Bnrg Csökakö geschlagen worden, wurde die Stadt zwar im Jahre 1601 auf ein einziges Jahr zurück- gewonnen, doch knüpfen sich an diesen Sieg traurige Erinnerungen, denn bei Gelegenheit dieser Belagerung wurde die Perle Stuhlweißenbnrgs, die dnrch Stefan den Heiligen erbaute Kirche zerstört und die königliche Burg durch die Türken in die Luft gesprengt. Die Verwüstung war so ungeheuer, daß anch die übrigen Kirchen spurlos untergingen und von einzelnen bis auf den heutigen Tag nicht einmal der Standort zu ermitteln war. Die Festnngsmanern Stuhlweißenbnrgs wurden nach der Rückeroberung im Jahre 1688 nicht wieder aufgebaut. Nachdem eine königliche Verfügung vom Jahre 1709 den bis dahin aufrechterhaltenen Festungscharakter der Stadt aufgehoben, wurde auch der noch bestehende Theil der Festnngsmanern in die umgebenden Sümpfe hinabgestürzt. Nur das Palotaer Thor, eine Mauer an der Nordseite der Festung und ein ebenda befindlicher
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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