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Csäkvär, mit nahe an 50(10 Einwohnern, liegt auf der mit den Flanken des
Vertes zusammenhängenden welligen Ebene hingestreckt und ist im Norden und Westen
mit schönem, hochstämmigem Wald umkränzt, der einen reichen Wildstand mit prachtvollen
Exemplaren enthält. Seine Waldungen sind die Fortsetzung des wildreichen Csäkberenyer
Waldes.
Die Stadt hat viele Gewerbsleute und unter diesen zahlreiche Töpfer, deren
ausgezeichnete Topfwaare sich weithin einen Ruf gemacht hat. Übrigens beschäftigt sich
der größte Theil der Einwohner mit Landwirthschaft.
Das prächtige herrschaftliche Schloß steht in einem Park von seltener Schönheit,
dessen cnltivirter Theil einen Flächenraum von über 200 ungarischen Joch bedeckt,
eine Vegetation von seltener Schönheit ausweist, alle Zweige des Gartenbaues in sich
faßt, Teiche und aus den Überbleibseln mittelalterlicher Gebäude errichtete Denkmäler
enthält, kurz einen überraschenden Eindruck macht.
Die zahlreichen anschließenden Beamtenwohnungen uud sonstigen herrschaftlichen
Gebäude verleihen der ganzen Ortschaft eine angenehme Stattlichkeit. Die durch den
Bischof von Erlau, Grafen Karl Esterhäzy, im Barokstil erbaute römisch-katholische
Pfarrkirche beherrscht das Ganze.
Csäkvär war bis zum XIV. Jahrhundert Besitzthnm des Geschlechtes Esäki, ist
aber nicht identisch mit der durch dieses Geschlecht erbauten Burg Esäki. Jene alte Burg
Csäki, die nach der Überlieferung durch Esäki, den Enkel des Feldherrn Szabolcs,
erbaut wurde, lag nordwestlich vom heutigen Csäkvär an der Grenze des Comitats
zwischen Köhänyäs und Virtes-Szent-Kereßt, wurde aber schon im XIII. Jahrhundert
zerstört.
Das heutige Csäkvär mag auch ein burgartiges Gebäude besessen haben,
wenigstens scheint dies daraus hervorzugehen, daß der Hügel, auf dem die reformirte
Kirche steht, noch jetzt Burghügel heißt. Der Ort kam zu Beginn des XVII. Jahrhunderts
an den Palatin Nikolaus Esterhäzy und ist als Mittelpunkt der Esäkvär-Geßteser
Herrschaft noch jetzt im Besitz der gräflichen Linie des Hauses. Diesem Umstände dankt es
auch seine blühende Verfassung und den größten Theil seiner öffentlichen Anstalten. Die
gräfliche Familie erbaute außer dem prächtigen parkumgebenen Schloß und den
herrschaftlichen Gebäuden die katholische Kirche, einen Bau von seltener Schönheit; sie
erhält eine von Nonnen des heiligen Vineenz besorgte, mit Volksküche und Mädchen-
Erziehungsanstalt verbundene Töchterschule, sie ermöglicht durch ihre Spenden das
Bestehen des katholischen Gesellenvereines und des Feuerwehrvereines uud erhält
überdies auf ihrem Meierhofe Gudi auf eigene Kosten eine Ackerbauschule, in der sie
praktische Laudwirthe für alle Zweige der laudwirthschaftlichen Arbeiten ausbilden läßt.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Volume 16
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Ungarn (4)
- Volume
- 16
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1896
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.18 x 21.71 cm
- Pages
- 616
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch