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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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561 Csäkvär, mit nahe an 50(10 Einwohnern, liegt auf der mit den Flanken des Vertes zusammenhängenden welligen Ebene hingestreckt und ist im Norden und Westen mit schönem, hochstämmigem Wald umkränzt, der einen reichen Wildstand mit prachtvollen Exemplaren enthält. Seine Waldungen sind die Fortsetzung des wildreichen Csäkberenyer Waldes. Die Stadt hat viele Gewerbsleute und unter diesen zahlreiche Töpfer, deren ausgezeichnete Topfwaare sich weithin einen Ruf gemacht hat. Übrigens beschäftigt sich der größte Theil der Einwohner mit Landwirthschaft. Das prächtige herrschaftliche Schloß steht in einem Park von seltener Schönheit, dessen cnltivirter Theil einen Flächenraum von über 200 ungarischen Joch bedeckt, eine Vegetation von seltener Schönheit ausweist, alle Zweige des Gartenbaues in sich faßt, Teiche und aus den Überbleibseln mittelalterlicher Gebäude errichtete Denkmäler enthält, kurz einen überraschenden Eindruck macht. Die zahlreichen anschließenden Beamtenwohnungen uud sonstigen herrschaftlichen Gebäude verleihen der ganzen Ortschaft eine angenehme Stattlichkeit. Die durch den Bischof von Erlau, Grafen Karl Esterhäzy, im Barokstil erbaute römisch-katholische Pfarrkirche beherrscht das Ganze. Csäkvär war bis zum XIV. Jahrhundert Besitzthnm des Geschlechtes Esäki, ist aber nicht identisch mit der durch dieses Geschlecht erbauten Burg Esäki. Jene alte Burg Csäki, die nach der Überlieferung durch Esäki, den Enkel des Feldherrn Szabolcs, erbaut wurde, lag nordwestlich vom heutigen Csäkvär an der Grenze des Comitats zwischen Köhänyäs und Virtes-Szent-Kereßt, wurde aber schon im XIII. Jahrhundert zerstört. Das heutige Csäkvär mag auch ein burgartiges Gebäude besessen haben, wenigstens scheint dies daraus hervorzugehen, daß der Hügel, auf dem die reformirte Kirche steht, noch jetzt Burghügel heißt. Der Ort kam zu Beginn des XVII. Jahrhunderts an den Palatin Nikolaus Esterhäzy und ist als Mittelpunkt der Esäkvär-Geßteser Herrschaft noch jetzt im Besitz der gräflichen Linie des Hauses. Diesem Umstände dankt es auch seine blühende Verfassung und den größten Theil seiner öffentlichen Anstalten. Die gräfliche Familie erbaute außer dem prächtigen parkumgebenen Schloß und den herrschaftlichen Gebäuden die katholische Kirche, einen Bau von seltener Schönheit; sie erhält eine von Nonnen des heiligen Vineenz besorgte, mit Volksküche und Mädchen- Erziehungsanstalt verbundene Töchterschule, sie ermöglicht durch ihre Spenden das Bestehen des katholischen Gesellenvereines und des Feuerwehrvereines uud erhält überdies auf ihrem Meierhofe Gudi auf eigene Kosten eine Ackerbauschule, in der sie praktische Laudwirthe für alle Zweige der laudwirthschaftlichen Arbeiten ausbilden läßt. Ungarn IV. 3«
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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