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der Bukowina eine Ortschaft rund 170 Häuser und 900 Einwohner; es kommen
demnach auf ein Haus kaum mehr als 5 Personen, eine Zahl, welche gegenüber anderen
Provinzen klein ist und sich selbst in der Landeshauptstadt, infolge ihrer rein bäuerlich
gebliebenen Vorstädte, auf nicht mehr als 10 Personen erhöht.
Die einzelnen Ortschaften liegen im Hügel- und Flachlande, soweit es thunlich, an
südlichen Abhängen oder in den Thalmulden der kleineren, häufig tief in das Terrain
eingeschnittenen Wasserläufe, im Gebirge aber in den Haupt- und Seitenthälern. Mit
der Vergrößerung der Siedlungen mußten zahlreiche, neu hinzugekommene Gehöfte
allerdings, namentlich in coupirten Gegenden, mit einer in Bezug auf die Witterungs-
einflüsse ungünstigeren Lage vorlieb nehmen. Im gebirgigen Theile des Landes befinden
sich einzelne Wirthschaften, hauptsächlich behufs Ausnützung der Weideflächen, ferner
Sennhütten, sowie Wohnungen der Holzarbeiter und Köhler auf den Hängen und,
weit vom Thale entfernt, auf den Höhen und in den Wäldern. Ehedem waren auch, der
Sicherheit wegen, schwer zugängliche Orte und Schluchten zur Errichtung einzelner
Wohnhäuser beliebt.
Abgesehen von den neu angelegten Colonien grnppiren sich die Häuser oder Hof-
stätten in den Dörfern im Allgemeinen mosaik- oder bienenzellenartig — gewissermaßen
im Rudel — nebeneinander, in der Weise, daß rund um das Anwesen, oder doch an
mehreren Seiten desselben, ein Dorfweg verbleibt. Nur auf ebenem Boden nähert sich die
Grundform der einzelnen Wohnsitze einem Rechtecke; auf abschüssigem, und namentlich aus
dem nicht selten vorkommenden Rutschterrain nehmen sie eine polygonale, oft eine ganz
regellose Gestalt an, welche sich aus der Configuration des Bodens und wohl auch aus
der wechselnden Güte desselben ergibt. Für die Cultur minder geeignetes Terrain bleibt
als Hutweide zur allgemeinen Benützung zurück, ebenso der Graswuchs in den Zwickeln
und Erweiterungen der zahlreichen, sich unregelmäßig verschlingenden Dorfwege, wovon
oft schwer einer als Hauptweg unterschieden werden kann. In jedem Falle besitzt das Dorf
eine große, ehemals außerhalb desselben gelegene, nun aber schon mit neu angelegten
Anwesen häufig umsäumte und hiedurch verkleinerte Hutweide, die gewöhnlich mittels
Graben und Wall eingefriedet erscheint. Brunnen, zumeist für den allgemeinen Gebrauch
bestimmt, sind nur etliche im Orte vorhanden.
In engen Gebirgsthälern ist die beschriebene, als Gruppendorf bekannte Ortsanlage
des Hügel- und Flachlandes wesentlich dieselbe, nur erscheint hier das Dorf gestreckter,
das heißt als Längendorf, ohne aber, selbst auch nicht in seinem, in der Thalsohle liegenden
Theile, zum Reihen- oder Gassendorf zu werden. Die zuletzt genannte Form ist lediglich
in den neuen Colonien, sowie zum Theile in neueren, längs bestehender Straßen sich
hinziehenden Dorferweiterungen anzutreffen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Bukowina, Volume 20
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Bukowina
- Volume
- 20
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1899
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.14 x 21.77 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch